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Startseite » Schriften » Der vollkommene Büttner oder Küfer » 1. Abschnitt, vom Faßmachen.

Zweyte Aufgabe. Die Pyramide zu reißen und den Gebrauch derselben.

Tafel 1, Figur 3.

Wenn der Fügmodel aufgerissen ist, nach der 3ten Aufgabe, so behaltet, nach jeder Stellung, den Zirkel unverruckt, und ziehet

1.) Auf eine gestreifte Daube eine gerade Linie.
2.) Mit des Fügmodels Zirkelweite, stellet den einen Fuß des Zirkels in den Bauchriß der Daube, in den Punkt 18, und traget diese Weite, auf der Linie hinauf in den Punkt 1.
3.) Theilet diese Weite von 1 bis 18, mit 18, Stichen in 17. gerade Theile.
4.) Stellet den einen Fuß des Zirkels in 1, nehmet die Weite bis 2, traget solche rechts und links auf den Bogen den ihr vorhero schon aus 18, durch 1, gerissen habt, in a, und b.
5.) Ziehet von 18, zu a, und von 18, zu b, Linien, so habt ihr eine Pyramide.
6.) Oefnet den Zirkel von a, bis b, lasset den einen Fuß in a, stehen, und mit dem andern Fuß stehet auf der mittlern Linie den Punkt c. Wenn nun die Linien recht gerissen sind, so muß der Zirkel aus c, just in b, einschlagen.
7.) Oeffnet den Zirkel von c, bis 18, setzet in 18, und reißt den Bogen d, c, e.
8.) Theilet auf der mittlern Linie die Weite i, c, in zween Theile bey f, setzet den Zirkel in 18, und reißet durch f, den Bogen g, f, h.
9.) Nehmet die Weite d, e, traget solche aus e, in k, reißet aus 18, den Bogen i, k, l.

Der Gebrauch dieser Pyramide ist, den vierspitzigen Zirkel darnach zu stellen, um die Dauben nach solcher Stellung fügen zu können.

Zu runden Faßen stellet man des vierspitzigen Zirkels lange Füße in a, b,: die kurzen Füße aber müssen in d, e, gerichtet werden; alsdann stehet er recht, die Dauben darnach zu fügen, und müssen die Fugen, zu beyden Seiten, just bis auf die bemerkten Zirkelstiche gehen.

Nach solcher Richtung des Zirkels, kann man ein Faß von 1, 2, Eymern, und auch von 10, und mehr Fudern machen, ohne dem Zirkel eine andere Richtung zu geben, weil diese Stellung aus der Pyramide so wohl in der Verkleinerung als Vergrösserung gehet.

Zu ovalen Faßen, oder zu Butten, werden die langen Spitzen des Zirkels gleichfalls in a, und b, gestellet, und die kurzen Spitzen nach der Weite g, h, gerichtet.

Zu Rhein oder Stuckfäßern, werden gleicherweise die langen Zirkelspitzen in a, und b, gestellet, und die Kurzen nach der Weite i, und l, gerichtet.