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Startseite » Schriften » Der vollkommene Büttner oder Küfer » 1. Abschnitt, vom Faßmachen.

Vierzigste Aufgabe. Mit diesem Visir ein Faß zu messen, wie viel solches am Gemäße halte.

11te Tafel, Figur 4.

1.) Messet mit der Seite des Visirs a, c, auf welcher der Diameter der Maße stehen, den vorderen Boden des Faßes a, b, Figur 4, Tafel 11, und zwar innerhalb der Köpfe, und so messet auch den hintern Boden des Faßes c, d, genau.
2.) Wenn nun der vordere Boden 8, Maß, und der hintere 10, Maß hielte, so zählet beyde Summen zusammen, welches 18, wären. Diese Summe theilet in zween Theile, so kommen 9, Maße, als die einander gleich gemachte Bodentiefe. Diese 9, merket.

Wären aber der vordere Boden a, b, und der hintere c, d, gleich groß, und jeder hielte 9, Maaße, so zählet ihren Gehalt nicht zusammen, sondern nehmt nur des einen Bodens Gehalt, für eure Summe an.

3.) Stecket oben durch das Spundloch das Visir in das Faß, und sehet auf der Seite a, e, des Visirs, wie hoch das Faß, von Grund bis zum Spund, gerade hinab ohne die obere Holzdicke seye; gesetzt diese betrüge 11 Maß.
4.) Nehmet diese 11, und vorige 9, zusammen, diese machen 20.
5.) Diese Summe 20, halbiret, kommt zur Hälfte 10, und dieses wäre die wahre halbe Faßtiefe.
6.) Messet nun mit g, h, der andern Seite des Visirs, auf der die Höhen der Maße stehen, die Länge des Faßes a, c, in Lichten, das ist, innwendig, ohne den Betrag der beyden Bodendicke, so genau als ihr könnet.

Hier wollen wir annehmen, es wäre diese Länge, ohne die Böden, 13 Maß.

7.) Multiplizirt diese Länge 13, mit der obigen Tiefe 10, so kommen 130. Maße, und diese 130. Maße wären nun der Innhalt des ganzen Faßes.

Anmerkung.

Durch diese Messung mit einem solchen Quadratischenvisir, wird ein Faß gleichsam zu einer Walze gemacht; daher der Innhalt eines Faßes genauer zu bestimmen ist, als mit dem Cubischenvisir, mit welchem man nur von Spund zu Grund, schrege gegen die Gargel misset. Ein solch Cubischesvisir dienet blos nur zu jener Art Fäßer, nach deren Gattung solches gemacht ist, weil bey dessen Verfertigung, eine Maßfigur muß angenommen werden, deren Diameter ihres Bodens, mit ihrer Cylindrischen Höhe oder Länge gleich groß seyn muß: von welcher Gattung aber wenig Fäßer, hier zu Land zu finden sind. Es ist dahero nur zu bewundern, daß dieses Cubischevisir, fast hier in ganz Franken, und zwar wohl oft noch sehr fehlerhaft, nach geschnitten, gebraucht wird.

Dessen Verfertigung hier mit anzuführen, wir jedennoch nicht unterlassen wollen.