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(5) Ernst Ludwig Gerber: „Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken...”, Bd.: 4, Leipzig, 1814

Zang (Johann Heinrich) Kantor, Komponist, Schriftsteller, Chemiker, Instrumentenmacher, Maschinenmeister, Zeichner, Schönschreiber u.s.w. in Mainstockheim, geb. zu Zella St. Blasii im Gothaischen, am 15. April 1733. Unter diesem Namen lehrt uns ein unbekannter Referent in des Hrn. Dr. Barth. von Siebolds Artistisch-Literar. Blättern von Franken, Jahrg. 1808, S. 135, einen Mann kennen, der bey allen diesen mannichfachen Talenten, Geschicklichkeiten und Kunstkenntnissen, die er zum Theil selbst durch gedruckte und gestochene Werke beurkundet hat, und bey der Menge unserer literarischen Flug- und Intelligenzblätter dennoch funfzig Jahre lang vollkommen unbemerkt und im Dunkeln geblieben ist. Selbst der aufmerksame Meusel übergeht ihn in seiner vierten Ausgabe und den dazu gehörigen 7 Nachträgen mit Stillschweigen. Vielleicht sind aber seine Werke anonym gedruckt. Vorausgesetzt also, daß Wahrheitsliebe dem Referenten die Feder geführt hat und daß keine Charlatanerie dabey zum Grunde liegt; so ist es Pflicht, diesem kunst- und erfindungsreichen Landsmanne Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und auch noch hier das Wesentlichste aus jener Biographie beyzubringen. Sein Vater, Joh. Georg Zang, ehemaliger königl. Ungarischer Oberlieutenant, hatte sich zu Zella niedergelassen und verehelicht. Der Sohn wurde frühzeitig zur Erlernung der lateinischen und griechischen Sprache angehalten, wobey er aus eigenem warmen Triebe die Ton- und Zeichenkunst übte. Im 17. Jahre ging er nach Leipzig und genoß daselbst noch zwey Jahre den Unterricht des großen J. Sebast. Bach in der Tonkunst. Im J. 1749 kam er zuerst nach Koburg und gleich darauf als Kanzellist nach Kloster Banz wegen seiner schönen Handschrift, wobey ihm zugleich die Organistenstelle nächst Koburg übertragen wurde. Im J. 1751 wurde er als Kantor nach Wallsdorf bey Bamberg, und von da 1752 an dieselbe Stelle nach Mainstockheim befördert. Seitdem hat man ihn noch als Schulkollegen nach Schweinfurt, als Kapellmeister an einen benachbarten fürstl. Hof und zuletzt noch als Schreibmeister auf eine berühmte Universität verlangt, er ist aber seinem Mainstockheim getreu geblieben. Von seinen musikalischen Werken werden angegeben: 1) Zwey vollständige Jahrgänge von vollstimmigen Kirchenkantaten auf alle Fest- und Sonntage, in Musik gesetzt. Mst. 2) XII Trio's für die Orgel mit 2 Manualen und Pedal. Mst. 3) VI Klaviersonaten, nebst vielen anderen Klaviersachen. Mst. 4) Singende Muse am Main, 1776 von ihm selbst in Kupfer gestochen. 5) Zweyter Theil seines technischen Werks: Für Orgel- und Instrumentenmacher, gedruckt zu Nürnberg in der Weigelschen Kunsthandlung ums Jahr 1798.1

Anmerkung:

Auch Gerber, der das seiner Zeit maßgebliche Musikerlexikon geschrieben hat, stützt sich auf den unter (1) abgedruckten Aufsatz, beschränkt sich aber auf die musikalischen Werke.