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(12) „…wegen der dermaligen harten und theueren Zeit…“ (1796)

Gemeinde-Archiv Mainstockheim, Bd. BII/17, S. 11 (Ratsprotokolle)

Außer einem unwichtigen Eintrag wird Zang in den Ratsprotokollen nur noch einmal erwähnt:

Actum Mainstockheim den 3. Novembr. 1796
Martini-Rath

1) …

2) …

3) Da man auf die ordentliche Haltung derer weiteren Rechen- und Schreibschulen den Antrag gemacht, und deswegen den dermaligen Herrn Kantor Zang auf das Rathauß komen laßen, So hat derselbe die Vorstellung gemacht, daß Er dazu ganz willig und bereit seye, jedoch aber hoffe daß Ihme statt der bisherigen gewöhnlichen 30 xr fränk. wegen der der dermaligen harten und theueren Zeit, 45 xr fränk. verwilligt würden. Man hat Ihme solches Gesuch bey dessen offenbarer Billigkeit auch verwilliget, jedoch mit der Einschränkung, daß bey mit Gottverhoffenden besseren und wohlfeileren Zeiten, diese Gebühr wieder auf die vorigen 30 xr fr. werde zurückgesetzt werden.

4) … bis 10) …

actum ut supra
T. Johann Friedrich Traber

Anmerkung:

Um diese Zeit war Zang gerade mit der Gestaltung seiner Musivbilder (Collagen) beschäftigt. Das Buch: „Die Kunst, mosaische oder Musiv-Bilder aus den drei Reichen der Natur zu verfertigen“, das noch nicht wieder aufgefunden wurde, erschien in diesen Jahren. Ein Bericht über die Musivbilder findet sich in der Festschrift von 1983 auf S. 23. Außerdem hatten bestimmt auch schon die Vorarbeiten für das 1804 erschienene Werk: „Der vollkommene Orgelmacher oder die Lehre von der Orgel“ begonnen. Der jetzt 63-jährige Zang war also ausreichend beschäftigt. Vielleicht wollte er auch dadurch, dass er seine „Rechen- und Schreibschule“ nicht mehr so ordentlich gehalten hat, den Rat zu einer Erhöhung des Schulgeldes bewegen, was ihm ja auch gelingt.