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A. Einträge die uns über Zangs Familie Aufschluß geben

Vorbemerkungen:

Pfr. Hecht gibt in seinen Matrikeleinträgen oft nicht nur das Datum sondern auch die Tages- bzw. Sonntagsbezeichnung an, z. B. beim Eintrag A 10: „d. 10. Oct. die Burcardi“, d. h. am 10. Okt., dem Tag Burkard, oder im Eintrag A 11: „freitags vor Dom. XXI p. Trin“ d. h. freitags vor dem 21. Sonntag nach Trinitatis. Diese Bezeichnungen wurden in den Texten nicht näher erklärt.
Bei den Geldmünzen bedeutet Rthl., rthl. oder Thl. immer Reichstaler, Bz heißt Batzen, Xr Kreuzer, fl ist die Abkürzung für Florenus = Gulden.

Die Kirchenbücher von Mainstockheim geben zwar ein lückenhaftes, aber doch anschauliches Bild über die Familie des Kantors Zang.

  • Nach seiner Hochzeit mit Anna Margaretha Balbierer am 18. 4. 1752 in Fröhstockheim wird er am 7. November 1752 als Kantor in Mainstockheim angestellt (vgl. Mitteilungen 1987).
  • Am 31. März 1753 wird das erste Kind, Marg. Barabara geboren, das aber nur ein Alter von 3 ½ Monaten erreicht.
  • Das 2. Kind Joh. Conrad wird am 24. Febr. 1755 geboren. Dieser Sohn stirbt als 18-jähriger junger Mann an „Lungensucht“ 1773.
  • Das 3. Kind Joh. Georg kommt am 17. Dez. 1759 zur Welt, erreicht aber nur ein Lebensalter von 3 ¾ Jahren (gest. 11. Sept. 1763 an der roten Ruhr).
  • Als 4. Kind wird am 7. Dez. 1761 Franz Conrad Ludwig geboren. Auch dieser Sohn stirbt nach nicht einmal 4 Monaten.
  • Ein Jahr nach dem Tod ihres 18-jährigen Sohnes stirbt Zangs 1. Frau einen Tag vor Zangs 41. Geburtstag nach nur 22-jähriger Ehe am 14. April 1774.
  • Sieben Monate später heiratet Zang zum zweitenmal am 22. Nov. 1774 die 21-jährige Prichsenstädter Bäckerstochter Margaretha Barbara Crämer.
  • Aus dieser Ehe gehen 2 Kinder hervor: Johann Paul, geb. am 11. Okt. 1775, das einzige Kind, das Zang überlebt. Dieser Sohn studiert später Medizin und wird Arzt in Obereisenheim, einem Ort am Main zwischen Kitzingen und Schweinfurt.
  • Das zweite Kind, Joh. Bernhard wird am 21. Okt. 1779 von seiner an der Ruhr erkrankten Mutter entbunden. Die Mutter stirbt 10 Tage später am 31. Okt. 1779 nach nur 5-jähriger Ehe und das Kind am 27. Dez. dieses Jahres, nur 9 Wochen alt.
  • Einundeinviertel Jahre später verehelicht sich Zang zum 3. Mal am 3. Jan. 1781: 47-jährig heiratet er die 23 Jahre alte Mainstockheimerin Maria Magdalena Rasp. Nachdem am 28. Dez. 1780 die Einkindschaftsabrede mit den Prichsenstädter Verwandten der 2. Frau Zangs, die die Versorgung seines Sohnes Paul sicherstellen sollte, abgeschlossen war (vgl. Mitteilungen 1987), wird die Ehe eine Woche später geschlossen. Siehe dazu die Anmerkung unter dem Heiratseintrag.
  • Aus dieser Ehe kommt nur ein Kind: Arnoldina Sybilla, geb. am 23. 11. 1781, das aber nach 18 Tagen am 11. Dez. schon stirbt.
  • Als am 8. Aug. 1800 auch seine 3. Frau, mit der er nicht ganz 19 Jahre verheiratet war, mit 42 Jahren verstirbt, ist Zang 67 Jahre alt.
  • Drei Wochen später stellt er den 1. Antrag, seine Stelle niederzulegen (Mitteilungen 1987). Er sucht noch um Erlaubnis nach, dass er bis Ostern 1801 sein Amt beibehalten könne (Mitteilungen 1987).
  • Der Sterbeeintrag seiner Frau in den Kirchenbüchern und das Dimmissionsgesuch v. 18. Dez. 1800 sind die letzten in Mainstockheim auffindbaren offiziellen Einträge mit dem Namen Zang. Weitere Erwähnungen Zangs und Todesnachricht siehe bei den Mitteilungen 1987 unten.