Erster Abschnitt, vom Faßmachen.

Erste Aufgabe. Diese lehret das Aufreißbret zu machen, und den Gebrauch desselben.

Suchet erste Tafel Figur 1. und 2.

Macht von hartem Holz, nach dem Winkelhacken, ein recht winklicht Bret, 6. Zolle lang und 6. Zolle breit. Theilt die Seite b, c, und die Gegenseite d, e, jede in 6, richtige Zolle. Bey b, gegen c, theilet den äußersten Zoll in zween Theile bey f, ziehet von f, als dem einen halben Zoll, hin auf das Eck d, eine Linie, und schneidet nach dieser Linie den halben Zoll, schrege hinweg. Theilet auch unten von e, nach d, den äußersten Zoll, in zween gleiche Theile, bey g, ziehet eine Linie von g, auf das Eck c, und schneidet nach dieser Linie den halben Zoll gleichfalls so schrege hinweg; so ist das Aufreißbret fertig zu sehen bey Figur 2. Tafel 1.

Der Gebrauch besteht darinnen.

Stellet den vierspitzigen Zirkel nach diesem Brete also, daß die langen Füße die lange Seite des Bretes b, d, in sich begreifen, und richtet die beyden kurzen Schenkel des Zirkels, nach dem schmalen Theil des Bretes b, c.

Mit solcher Zirkelstellung werden die Dauben abgestochen zu Bauch und zu Kopf, nach welchen Stichen solche alsdann gefüget werden. Auch werden die Faße nach diesem Brete aufgerißen, wie die 6te Aufgabe lehret.

Diese Zirkelstellung trift nach der, in folgend zweyter Aufgabe, beschriebenen Pyramide, richtig ein; dahero man solche Pyramide nicht nöthig hat: doch soll dieselbe aufzureißen, hier beschrieben werden.

Zweyte Aufgabe. Die Pyramide zu reißen und den Gebrauch derselben.

Tafel 1, Figur 3.

Wenn der Fügmodel aufgerissen ist, nach der 3ten Aufgabe, so behaltet, nach jeder Stellung, den Zirkel unverruckt, und ziehet

1.) Auf eine gestreifte Daube eine gerade Linie.
2.) Mit des Fügmodels Zirkelweite, stellet den einen Fuß des Zirkels in den Bauchriß der Daube, in den Punkt 18, und traget diese Weite, auf der Linie hinauf in den Punkt 1.
3.) Theilet diese Weite von 1 bis 18, mit 18, Stichen in 17. gerade Theile.
4.) Stellet den einen Fuß des Zirkels in 1, nehmet die Weite bis 2, traget solche rechts und links auf den Bogen den ihr vorhero schon aus 18, durch 1, gerissen habt, in a, und b.
5.) Ziehet von 18, zu a, und von 18, zu b, Linien, so habt ihr eine Pyramide.
6.) Oefnet den Zirkel von a, bis b, lasset den einen Fuß in a, stehen, und mit dem andern Fuß stehet auf der mittlern Linie den Punkt c. Wenn nun die Linien recht gerissen sind, so muß der Zirkel aus c, just in b, einschlagen.
7.) Oeffnet den Zirkel von c, bis 18, setzet in 18, und reißt den Bogen d, c, e.
8.) Theilet auf der mittlern Linie die Weite i, c, in zween Theile bey f, setzet den Zirkel in 18, und reißet durch f, den Bogen g, f, h.
9.) Nehmet die Weite d, e, traget solche aus e, in k, reißet aus 18, den Bogen i, k, l.

Der Gebrauch dieser Pyramide ist, den vierspitzigen Zirkel darnach zu stellen, um die Dauben nach solcher Stellung fügen zu können.

Zu runden Faßen stellet man des vierspitzigen Zirkels lange Füße in a, b,: die kurzen Füße aber müssen in d, e, gerichtet werden; alsdann stehet er recht, die Dauben darnach zu fügen, und müssen die Fugen, zu beyden Seiten, just bis auf die bemerkten Zirkelstiche gehen.

Nach solcher Richtung des Zirkels, kann man ein Faß von 1, 2, Eymern, und auch von 10, und mehr Fudern machen, ohne dem Zirkel eine andere Richtung zu geben, weil diese Stellung aus der Pyramide so wohl in der Verkleinerung als Vergrösserung gehet.

Zu ovalen Faßen, oder zu Butten, werden die langen Spitzen des Zirkels gleichfalls in a, und b, gestellet, und die kurzen Spitzen nach der Weite g, h, gerichtet.

Zu Rhein oder Stuckfäßern, werden gleicherweise die langen Zirkelspitzen in a, und b, gestellet, und die Kurzen nach der Weite i, und l, gerichtet.

Dritte Aufgabe. Den Fügmodel zu einem runden Faß richtig zu machen.

1te Tafel, Figur 4.

1.) Nehmet mit dem Zirkel die Hälfte von der Bauchlinie eures schon vorgezeichneten Faßes, von h, zu d, in der Zweyten Tafel Figur 1, reißet mit solcher Weite, auf ein Bretlein, daraus ihr den Model machen wollet, einen Zirkelbogen a, b, Figur 4, Tafel 1.
2.) Drucket den Zirkel in beliebiger Weite zu, setzet auf das Ende des Bogens a, und ziehet aus a, den kleinen Bogen c, d, daß derselbe den Bogen a, b, in e, durchschneidet.
3.) Mit eben der Zirkelweite setzet in den Durchschnitt e, und ziehet den kleinen Bogen a, c, d, also, daß es in c, und d, Durchschnitte gibt.
4.) Ziehet eine Linie durch c, d, wo sich die Bögen durchschneiden; so ist der Model aufgerissen, und wird nur noch ausgeschnitten.

Vierte Aufgabe. Den Setzreif zu einem Faß zu machen.

1.) Ziehet eine Linie, so hoch der Boden des Faßes soll werden, auf den Werkstatt Boden.
2.) Nehmet die Zirkelweite, mit welcher der Model eures vorhabenden Faßes ist aufgerissen worden, machet mit dieser Weite sechs Theile auf die gezogene Linie.
3.) Bandet einen Reif, von ungefehr dieser Größe, und macht ausserhalb ein Zeichen daran.
4.) Setzet dieses Zeichen des Reifs just auf den Anfang der gezogenen Linie, und lasset solchen Reif, gleich einem Rade, auf der Linie einmal herum laufen, bis zum Ende des sechsten Theils. Trift das Zeichen just auf das Ende des sechsten Theils, so ist der Reif recht: wo nicht, so machet solchen Reif, nach Erfordern, enger, oder weiter, bis das Zeichen gehörig eintrifft. Dabey kann man merken, daß solcher Reif wohl darf etwas Weniges kleiner seyn, als die Linie, aber nicht größer. Man setzet so fort den Reif aus, und arbeitet ganz sicher nach solchem.

Fünfte Aufgabe. Den Bodenmodel zu machen.

1te Tafel, Figur 5.

Der Bodenmodel wird zu allen Faßmachen gebraucht, sie mögen rund, oval, Eyförmig oder eckigt seyn. Und um dererjenigen wegen, welche noch nichts vom Zeichnen verstehen, wird man bey sämtlichen Figuren dieses ersten Theils, nur blos die obern oder äussern Flächenriße, ohne Licht und Schatten, vorzeichnen, um ihnen hiedurch die Riße desto begreiflicher zu machen.

Zum Bodenmodel Figur 5, Tafel 1. ziehet also:

1.) Auf ein Bretlein eine Linie a, b, die 18, Zolle lang ist.
2.) Nehmet mit dem Zirkel eine beliebige Weite, setzet die eine Zirkelspitze in g, und ziehet den kleinen Bogen c, f, d.
3.) Mit eben der Weite setzet in f, und zieht den kleinen Gegenbogen c, g, d.
4.) Durch c, und d, wo sich diese Bögen durchschneiden, ziehet eine Linie c, d.
5.) Stechet nun unten bey b, einen halben Zoll ab gegen e, und ziehet von a, zu e, eine Linie.
6.) Nach der Linie a, e, schneidet den halben Zoll von dem Brete verlohren hinweg; so ist der Bodenmodel fertig.

Nach solchem Bodenmodel läßt sich richtig fügen; weil nach demselben die Senkung der Faße richtig eintrift, sie mögen rund oder oval seyn. Und obschon ein ovales Faß nur halb so viel Senkung, als ein rundes bekommt; so wird jedennoch nach diesem Bodenmodel gefügt. Dabey ist nur in Acht zu nehmen, daß an ovale Böden Spitzfugen müssen gefüget werden.

Sechste Aufgabe. Ein rundes Faß aufzureißen, dasselbe nach solchem Riß visiren, und nach demselben zu verfertigen.

2te Tafel, Figur 1.

Wenn ihr 5, 6, 8, mehr oder weniger Schuhe langes Holz habt, so verfahret also:

1.) Messet die Höhe von euren Böden so genau es seyn kann, und gebet dieser Höhe bey folgend zu ziehender Linie a, b, die halbe Kopfsdicke einer Daube zu, oder reißet die Linie a, b, um so viel länger als die Böden sind, auf den Werkstatt Boden.
2.) Leget das in der ersten Aufgabe Figur 2. gemachte Reißbret unten auf die Linie an den Punkt b, an, und reißet nach der Seite b, eine schief aufwarts gehende Linie b, c. Diese Linie muß halb so lang seyn, als euer Daubholz ist, das ihr zu diesem Faße gebrauchen wollt.

Hier wollen wir 6. Schuhe langes Daubholz annehmen, also wäre die Hälfte desselben 3. Schuhe, und so lang würde die Linie b, c.

3.) Wendet das Reißbret um, legt solches unten auf die Linie an den Punkt a, und ziehet wieder eine schrege auswarts hinauf gehende Linie, wie vorige 3. Schuhe lang, von a, zu d.
4.) Ziehet von d, zu c, eine Linie, diese heißt die Bauchlinie. Nach dieser wird der Fügmodel gemacht, wie die dritte Aufgabe lehret.

Und nun ist das halbe Faß aufgerissen.

5.) Drehet das Reißbret um, leget solches genau an d, auf der Bauchlinie, und ziehet die Linie d, f, schrege einwärts gehend, wieder 3. Schuhe lang hinauf. Dieses ist die zweyte Hälfte der 6. Schuhe langen Dauben.
6.) Wendet das Reißbret wieder um, leget solches auf der Bauchlinie an c, und ziehet eine 3. Schuhe lange Linie nach dem Reißbret, wieder schief einwärts gehend c, e.
7.) Ziehet von f, zu c, eine Linie als die zweyte Bodenlinie: Diese muß just so lang seyn als die untere Bodenlinie a, b, wenn der Riß richtig gemacht ist.
8.) Zeichnet auf der Linie a, d, die Gargel bey g, ein, so weit es erforderlich ist: Davon sehet die eilfte Aufgabe. Hierauf kann man das Faß visiren, von dem Spund c, bis zu der Gargel oder Zarge g, wie der beygezeichnete Visirstab c, g, zeiget.

Nach dieser Umschreibung wird das Faß mit seinem rechten Form und Spitzung da stehen, und werden die Böden weder zu lang, noch zu kurz seyn. Darauf nach solchem Riß, die Arbeit sicher kann vorgenommen werden.

Siebente Aufgabe. Ein ovales Faß aufzureißen, solches nach dem Riß visiren, und darnach zu verfertigen.

2te Tafel, Figur 2.

1.) Messet die Bodenstücke, wie lang solche sind, und gebet dieser Länge noch die halbe Kopfsdicke einer Daube zu, oder machet die Linie a, b, um so viel länger als das Holz ist: Welche Linie ihr auf den Boden der Werkstatt zeichnet.

Da nun das Aufreißen eines ovalen Faßes geschiehet wie beym runden Faß; so könnet ihr nach der 6ten Aufgabe fortfahren, das Faß ganz aufzureißen, wie die Vorschrift dorten im Satz 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, besaget.

Dabey zu merken ist, daß ein ovales Faß auf der Seite liegend, nämlich zu Grund und Spund gezeichnet wird, welches blos den Unterschied machet, zwischen dem Riß eines runden Faßes.

Ein solch ovales Faß bekommt zu Grund und Spund einerley Spitzung mit dem Runden: Die Seiten aber haben gegen ein Rundes nur halbe Spitzung.

Achte Aufgabe. Einen regelmäßigen Oval oder Ellipsis, auf 8. Stiche zu reißen, der zugleich den Setzboden zu dem in vorig siebenter Aufgabe beschriebenen ovalen Faß kann geben.

3te Tafel.

1.) So hoch der Setzboden oder der Oval soll werden, ziehet eine Linie a, d. Diese muß gleich seyn der Linie c, d, in der Figur 2. der zweyten Tafel, nämlich der Bauchlinie.
2.) Theilet diese Linie in drey Theile, a, b, c, d.
3.) Setzet den Zirkel in b, nehmet die Weite zu a, und reißet einen Zirkelbogen, ungefehr von f, zu g, a, i, bis e.
4.) Mit eben dieser Zirkelweite reißet aus c, noch einen solchen Bogen von f, zu h, d, k, bis e, also, daß sich beyde Bögen in f, und e, durchschneiden.
5.) Behaltet diese Weite, und traget solche aus a, in g, und aus a, in i. Desgleichen traget solche aus d, in h, und aus d, in k.
6.) Öffnet den Zirkel von a, bis c, setzet einen Fuß in e, wo sich die Bögen durchschneiden, und ziehet den Bogen von g, zu h.
7.) Nun setzet mit unverrucktem Zirkel in f, wo sich die Bögen kreuzen, und ziehet den Bogen von i, zu k, so habt ihr einen richtigen Oval in a, g, h, d, k, i, der einen Setzboden vorstellet auf 8. Stiche.

Neunte Aufgabe. Wie die Fügmödel zu ovalen Faßen zu machen sind.

3te Tafel.

1.) Der runde Model oben bey a, wird nach dem Zirkelriß g, a, i, und nach der Linie a, b, gemacht.
2.) Der flache Model bey f, wird nach dem Bogen g, h, (oder i, k,) und nach dem Durchschnitt der Bauchlinie e, f, gemacht. Wie Tafel 3. zu sehen ist.

Zehente Aufgabe. Von den Seiten oder Senkung der Fäßer.

Es mag ein Faß beschaffen seyn wie es will, nämlich weit und kurz, oder enge und lang; so wird ihm die Senkung ein= wie das andermal folgender Art gegeben.

1.) Nehmt eine gerade Ruthe, messet die Weite des Faßes von der einen Seite der Gargel g, bis zu b, der andern Seite.
2.) Messet dieses Maß mit einem Zollstabe: so vielmal 18, Zolle solches in sich begreift, so viel halbe Zolle gibt man einem runden Faß Senkung.

Ein ovales Faß bekommt nur halb so viel Senkung, nämlich auf jede 18, Zolle, einen Viertelzoll.

Die Senkung oder Schrege der Köpfe wird nach der Schrege der Fuge am Fügmodel gemacht.

Eilfte Aufgabe. Von der Zarge oder Gargel.

Messet die Dicke der Köpfe an dem Faß; zu solcher Dicke nehmet noch die halbe Breite von der Gargel, und machet die Köpfe um so viel länger, als sie dicke sind: und reisset die Zarge so tief ein, als sie breit ist, damit solche viereckig wird.

Zwölfte Aufgabe. Faßthüren aufzureißen und einzurichten.

4te Tafel.

1.) Reißet in die Mitte des Faßbodens ein Linie senkrecht von oben herab 1, 6.
2.) Zu einem Faß das 1, bis 2, Fuder hält, nehmet 17, Zolle: hält aber ein Faß mehr Fuder, so nehmt 18, Zolle, und traget solche von 6, unten am Boden hinauf in 1, auf der Linie.
3.) Nehmet den Thürreißer, und reißet mittelst eines kleinen Zirkels, dessen eine Spitze ihr außerhalb an den Zahn setzet, und den andern Fuß des Zirkels in 9, einen Zirkel, in 1, 2, 7, 8, 3, mit der Weite 1, 9.
4.) Aus eben dem Zentro 9, reißet innerhalb des ersten Zirkels noch einen Ring also, daß die Zirkelspitze, die beym ersten Riß vor dem Zahn stunde, nun hinter den Zahn gehalten wird.
5.) Behaltet diese letzte Zirkelweite, setzet den Zirkel unten am Ende der Linie in 6, und stechet beyderseits die Punkte 4, und 5.
6.) Theilet den äußern Zirkelriß oben von 1, anfangend, in vier gleiche Theile bey 1, 2, 10, 3, und ziehet eine Linie von 2, zu 3, so gibt die Hälfte des Zirkels 2, 1, 3, das Gewölbe der Thür.
7.) Ziehet von 2, zu 5, und von 3, zu 4, Linien, welche die Backen der Thüre geben. Und demnach wird die Thüre unten einen halben Zoll enger als oben.
8.) Bohret ein Loch, so dick der Nagel des Thürreißers ist, in 9, ganz durch den Boden. Desgleichen bohret in 7, und 8, etwas stärkere Löcher durch den Boden, damit die Späne vom Thürreißer durch solche können hindurch fallen.
9.) Schraubet den Reißer in 9, vest auf, und reißet die Thüre heraus.

Nun wird die Thüre also hinein gerichtet.

1.) Nehmet mit einem Zirkel die Weite des Thürgewölbes 2, 3, theilet selche in 2 Theile, so habt ihr den Zirkelriß des Gewölbes wieder, wenn der Zirkel bis auf einen solchen Theil zusammen gedruckt wird.
2.) Auf die Thüre die ihr brauchen wollet, ziehet in der Mitte wieder die Linie 1, 6, wie auf der 4ten Tafel zu sehen, herab, stellet den Zirkel mit der Hälfte von 2, 3, auf die gezogene Linie in 9, und reißet den Riß des Thürgewölbes in 1, 2, 3, darauf.
3.) Messet die Höhe des Thürlochs von 1, bis 6, und traget solche Höhe auf eure Thüre herab von 1, bis 6.
4.) Messet das Thürloch unten von 4, zu 5, theilet diese Weite in zween Theile, drucket den Zirkel bis auf einen dieser Theile zusammen, setzet den einen Fuß, auf der Thüre in 6, und traget diese Weite aus 6, in 4 und 5.
5.) Ziehet die Linien von 3, zu 4, und von 2, zu 5.
6.) Verlängert die mittlere Linie der Thüre, von 6, 1, bis hin auf den Zirkelstich des Faßbodens, aus welchem der Zirkelriß des Bodens, unter dem Thürloch gerissen worden: Nehmet diese Weite von dem Boden, nämlich von besagtem Zirkelstich bis 6, und reißet durch 6, auf der Thüre den Bogen 5, 6, 4, aus dem auf die verlängerte Linie der Thüre hingetragenen Zirkelstich, und machet die Thüre nun, nach der Senkung, die bey dem Thürloch gebraucht worden, fertig.

Auf solche Art könnet ihr auch eine neue Thüre in einen Faßboden machen, ohne daß ihr den Boden heraus thut.

Dreyzehente Aufgabe. Einen Oval auf 8 Stiche aufzureißen, welcher auf denen Seiten weiter hinaus getrieben ist.

5te Tafel.

1.) Reißet, nach der achten Aufgabe, jenen Oval, nach der Länge der vorhabenden Böden, ganz fertig, wie solcher in a, g, h, d, k, i, zu sehen ist.
2.) Oeffnet nunmehro den Zirkel von g, bis c, setzet in g, und reißet bei l, einen kleinen Bogen.
3.) Mit eben der Weite reißet aus h, den Kreuzbogen in l.
4.) Mit gleicher Weite ziehet aus i, und k, die Kreuzbögen in m.
5.) Reißet aus l, mit der Weite bis h, die Seitenbögen g, h, und aus m, reißet mit eben der Weite von i, zu k, den Seitenbogen, so treibet ihr die Seiten weiter hinaus.

Die hiezu gehörigen zween Mödel, sind in der Figur angezeichnet, und werden wie jene, in der neunten Aufgabe, gemacht.

Die Böden zu solchen Faßen machet also:

1.) Stechet eilfmal in der Gargel herum, und nehmet vier dieser Theile zu der Bodenhöhe, oder zu der Linie a, d.
2.) Theilet diese Höhe a, d, in drey Theile bey a, b, c, d, und machet die Böden nach der Aufgabe, nach der ihr den Setzboden gemacht habt, als einen Oval fertig; so werden solche richtig eintreffen.

Vierzehente Aufgabe. Einen Oval auf 10. Stiche aufzureißen, welcher auf denen Seiten erhaben ist.

6te Tafel.

1.) So hoch ihr den Setzboden machen wollet, ziehet die Linie a, d, und theilet solche bey a, b, l, c, d, in vier Theile.
2.) Mit der Weite a, b, ziehet aus b, den Bogen g, a, i, und aus c, den Bogen h, d, k.
3.) Mit der Weite a, b, schneidet aus a, den Bogen in g, und i, ab, und aus d, schneidet den untern Bogen bey h, und k, ab.
4.) Mit der Weite a, c, ziehet aus g, und h, Kreuzbögen, welche außerhalb e, hinfallen. Desgleichen ziehet mit dieser Weite aus i, und k, Kreuzbögen außerhalb f.
5.) Setzet in den Kreuzbogen hinter e, nehmet die Weite zu h, und ziehet den Seitenbogen von h, zu g. Und aus dem Kreuzbogen außerhalb f, ziehet den Seitenbogen von i, zu k.

Dieses Ovals Seiten aber nun weiter hinaus zu treiben, verfahret also:

1.) Nehmet die Weite g, c, und ziehet aus g, und h, neue Kreuzbögen gleich bey e. Und aus i, und k, ziehet mit der Weite g, c, die Kreuzbögen bey f.
2.) Aus f, ziehet nun der äußern Seitenbogen k, i, und aus dem neuen Kreuzbogen bey e, ziehet den neuen Seitenbogen g, h, so sind die Seiten weiter hinaus getrieben.

Die Böden zu solchen Faßen werden also gemacht:

Wenn das Faß bis auf die Böden fertig ist, so stechet 13mal in der Gargel herum, doch also, daß der letzte Stich einen Viertelzoll über den ersten Stich hinaus steigt. Nun machet die Linie a, d, just fünf dieser Theile hoch, und theilet diese neue Weite a, d, in 4 Theile, wie in Tafel 6, bey a, b, l, c, d, geschehen, und reißet nach dieser Aufgabe die Böden auf gleiche Weise, wie ihr den Setzboden gerissen habt, fertig.

Fünfzehente Aufgabe. Einen ovalen Setzboden auf 12. Stiche zu reißen.

7te Tafel.

1.) Theilet die Höhe des Setzbodens, den ihr machen wollet, in fünf Theile, bey a, b, l, m, c, d.
2.) Reißet aus b, den Bogen a, g, i, und aus c, den Bogen h, d, k, machet die Abschnitte aus a, bey g, und i, und aus d, in h, und k.
3.) Mit der Weite a, c, ziehet aus g, und h, die Kreuzbögen außerhalb e, und aus i, und k, machet außerhalb f, die Kreuzbögen.
4.) Aus dem Kreuzbogen vor f, ziehet den Seitenbogen von i, zu k, und aus dem Kreuzbogen hinter e, ziehet den Seitenbogen von g, zu h, so ist der Oval fertig, und sind die Mödel zu solchem bey gezeichnet.

Die Bögen hiezu machet also:

Stechet 15mal in der Zarge herum, und lasset den letzten Stich, über den ersten hinaus, einen Viertelzoll überstechen: nehmet alsdenn 6 dieser Theile zur Höhe der Linie a, d, diese Höhe a, d, theilet in 5 Theile, und reißet auf den Böden den Oval, wie beym Setzboden geschehen ist.

Sechzehente Aufgabe. Einen ovalen Setzboden auf 14 Stiche zu reißen.

8te Tafel.

1.) Ziehet die Linie a, d, so hoch euer Setzboden soll werden, und theilet solche in 6, Theile in a, b, l, m, n, c, d.
2.) Reißet aus b, und c, den obern und untern Bogen, schneidet beyde in g, und i, und in h, und k, ab.
3.) Reißet mit der Weite a, c, die Kreuzbögen aus g, und h, hinter e, und aus i, und k, jene vor f.
4.) Ziehet aus dem Kreuzbogen vor f, den Bogen von i, zu k, und aus dem Kreuzbogen hinter e, ziehet den Bogen von g, bis h, so ist der Oval gemacht, bey welchem die Mödel, zu denen Fugen, dazu gezeichnet sind.

Wollt ihr die Böden zu solchem Faß machen, so stecht 17mal in der Gargel herum, gebt, nach Gebrauch, einen 4telzoll, über den ersten Stich zu. Nun nehmet 7, dieser Theile zur Höhe der Linie a, d, diese Höhe a, d, theilet in sechs Theile, wie der Oval des Setzbodens auch getheilet ist, und machet die Böden fertig, nach der Vorschrift, wie oben gesagt ist, so werden die Böden recht.

Siebzehente Aufgabe. Folgt ein Oval auf 16. Stiche.

9te Tafel.

1.) Theilet eures Setzbodens Höhe a, d, in sieben Theile, a, b, l, m, n, o, c, d.
2.) Machet den Oval, nach bisheriger Lehre, die immer einerley bleibt, fertig, dazu ihr die Mödel bey der Figur findet.

Die Böden hierzu zu machen:

1.) Stechet 19mal in der Gargel herum mit einem 4telzoll Ueberstich.
2.) Nehmet acht dieser Theile zur Linie a, d.
3.) Theilet diese Höhe a, d, in sieben Theile, und reißet den Oval auf jeden der Böden, wie die Vorschrift dieser Aufgabe saget.

Achtzehente Aufgabe. Zeigt einen Oval auf 18. Stiche.

10te Tafel.

1.) Nehmet die Höhe a, d, eures vorhabenden Bodens, theilet solche in acht Theile, bey a, b, l, m, n, o, p, c, d.
2.) Reißet den Oval aus denen gehörigen Punkten fertig, wie bishero allezeit geschehen.

Die Mödel bleiben mit vorigen einerley.

Machet die Böden zu solchem Faß also:

1.) Stechet 21mal in der Gargel herum, und nach Gebrauch, mit einem 4telzoll Ueberstich des letzten über den ersten Stich.
2.) Nehmet 9, dieser Theile zur Höhe der Linie a, d, und theilt dieses Maß in 8, Theile, bey a, b, l, m, n, o, p, c, d, und reißet die ovalen Böden wie den Setzboden dieser Aufgabe.

Neunzehente Aufgabe. Einen ovalen Setzboden auf 20 Stiche zu machen.

11te Tafel.

1.) Die Höhe a, d, eures Setzbodens theilet in 9, Theile, a, b, l, m, n, o, p, q, c, d.
2.) Verfahret wie bey bisherigen Aufgaben, mit Aufreißung des Ovals.

Die Böden werden zu solchem Faß also gemacht.

1.) Stechet 23mal in der Zarge herum, und lasset den letzten Stich über den ersten einen 4telzoll hinaus gehen.
2.) Nun geben zehen dieser Theile die Höhe a, d, zu denen Böden. Diese Höhe theilet in 9, Theile, und reißet den Oval nach diesem Maß, wie ihr den Setzboden dieser Aufgabe gerissen habt. Die Mödel sind gleich vorigen beygezeichnet.

Zwanzigste Aufgabe. Runde Faße mit Ecken zu machen.

Davon sehet die 12, und 13, Tafel.

Es haben sich, wie bey andern, auch bey dem Büttner=Handwerk, geschickte Männer gefunden, welche allerhand Arten von Faßen, nämlich, Ovale und Eyförmige, auch Korbförmige ohne und mit Ecken, und so auch Runde mit Ecken, wie nicht weniger so gar Eins das wie eine Sanduhr aussiehet, dessen Bauch einwarts gehet, zu machen erfunden, haben, die alle, von welcher Gattung sie sind, wenn sie gehörig gemacht worden, so gut wie ein rundes Faß halten. Der Erfinder der ovalen Faße war, Joh. Michael Spar, ein Franke: Und der eckigen Faße Erfinder war ein Straßburger, Heinrich Ganz.

Auf welcherley Art solche gemacht werden, wird in folgenden Aufgaben zu finden seyn.

Man kann einem runden Faße so viel Ecken geben als man will, wie bey Figur 1, und 2, auf der 12ten und 13ten Tafel zu sehen, welche 6, 8, 10, und 12, Ecken haben. Dabey wird also verfahren:

1.) Reißet auf den Werkstattboden die Linie a, b, einen Zirkelring, so groß, als ihr euren Setzboden zu machen gedenket. Diese Linie a, b, heißt Mittellinie, als die von Spund zu Grund gehet.
2.) Aus a, und b, reißet Kreuzbögen bey e, und h, und ziehet durch e, und h, eine Linie, welche die Bauchlinie heißt.
3.) Theilet den oben gezogenen Zirkel in so viel gleiche Theile, als ihr Ecken an das Faß zu machen gedenkt, und ziehet von dem ersten Eck f, durch das Zentrum unten zum Eck g, eine Linie.
4.) Ziehet von den abgetheilten Punkten von Eck zu Eck Linien, als von m, zu f, von f, zu e, von e, zu i, und so fort, so viel als nöthig sind.
5.) Nun sind zwei Fügmödel zu machen: den ersten machet als einen rechten Winkelhacken nach der Mittellinie a, b, und nach der Zwerglinie f, m, wie solcher bey w, zu sehen ist. Der zweyte Fügmodel, als der Eckmodel bey u, wird gleichfalls nach der Linie f, m, und nach der Linie f, g, gemacht.
6.) Füget man nun alle gerade Fugen die oben auf die Linien m, f, oder m, h, oder h, g, und so weiter zu stehen kommen, nach dem rechten Winkelhaken w. Die Eckfugen aber f, e, i, g, h, m, und so viel ihrer sind, füget nach dem Eckmodel u, so werden diese Fugen alle Ecken schließen.

Hiebey muß genau in Acht genommen werden, daß ein Eck so breit als das andre gefüget, und keines schmäler oder breiter wird, auch nicht um eine Linie, sonst wird das Faß schief, und trifft auf den Böden nicht zu.

Die Spitzung und Senkung wird ganz nach Art eines runden Faßes gemacht.

Bey Aufsetzung eines solchen Faßes muß man sich eines eisernen Reifes, der just nach denen Ecken gemacht ist, oder eines Seiles, gebrauchen.

Die Böden zu solchen Faßen werden auf folgende Art gemacht.

1.) Stellet einen geraden Stock in die zwo Ecken f, und g, oder in m, und i, zwischen die Grund- und Spunddauben, und suchet genau die Höhe des Faßes.
2.) Theilet dieses Maß in zween Theile, nehmet ein solchen halben Theil mit dem Zirkel, und reißet mit solcher Weite auf die Böden des Faßes einen Zirkel.
3.) Ziehet durch das Zentrum von der Spunddaube zur Grunddaube eine Linie, welche den Boden von oben herab durchschneidet. Desgleichen ziehet durch das Zentrum die Bauchlinie, welche diesen Zirkel in vier gleiche Theile theilet.
4.) Nach der von Spund zu Grund gerissenen Mittellinie, suchet nach Figur 1, oder 2, Tafel 12, oder nach Figur 1, oder 2, Tafel 13, nach welch einer Figur ihr das Faß gemacht habt, mit einem Zirkel die nächst stehende Durchschnittlinie f, g, und traget solche genau auf den Riß.
5.) Messet mit dem Zirkel alle Ecken des Faßes, eine nach der andern ab, und traget solche sehr genau auf den Zirkel, von dem Eck bey f, anfangende.
6.) Ziehet von Eck zu Eck innerhalb des Zirkels Linien, und schneidet nun den Boden scharf nach denen Eckrissen ein, damit wenn solcher Boden in das Faß gestellet wird, just Eck auf Eck zu sitzen kommt.

Merket:

Auf eben diese Art werden die Böden in ovale Faße, die Ecken haben, gezeichnet und bearbeitet.

Die Eyförmigen Faße aber werden nach der Mittellinie und nach der Bauchlinie gemacht. Wie in der 33ten Aufgabe, Tafel 33. zu sehen ist.

Desgleichen werden die Handkorbfaße, die unten vier große Ecken haben, nach Art der Eyförmigen Faße, mit ihren Böden eingerichtet. Davon in der 36, und 37ten Aufgabe Gattungen beschrieben sind.

Ein und zwanzigste Aufgabe. Ein ovales Faß auf 8, Stiche mit 6, Ecken zu machen.

14te Tafel.

1.) Reißet einen Oval auf 8, Stiche, nach der achten Aufgabe, in a, g, h, d, k, i.
2.) Theilet von der Bauchlinie t, q, anfangend, diesen Oval in 6, gerade Theile, bey t, s, r, q, p, l.
3.) Oeffnet den Zirkel beliebig, irgend einen halben Schuh, setzet in das Eck l, und stechet auf die Linie l, p, dem Punkt m, und auf der Linie l, t, den Punkt n.
4.) Oeffnet den Zirkel von m, bis n, und reißet aus den Punkten m, und n, die Kreuzbögen in o.
5.) Ziehet von l, zu o, eine Linie, diese gibt mit der Linie l, p, den runden Eckmodel, der in u, angedeutet ist.
6.) Den Winkelhacken, der in w, angedeutet ist, machet nach der Linie a, b, mit der Linie l, p, als einen rechten Winkelhacken.
7.) Den Seiteneckmodel v, machet nach denen zwo Linien q, t, und q, r, demnach ist der Riß fertig, samt denen dazu gehörigen Fügmödeln.

Anmerkung.

Bey allen ovalen Fässern die Ecken bekommen sollen, werden die Mödel auf vorgeschriebene Art gesucht, nämlich:

1.) Der runde Eckmodel, wie in u.
2.) Der Winkelhacken, wie w, zeiget, und
3.) Der Seitenmodel, wie solcher bey v, gezeichnet stehet. Tafel 14.

Zwey und Zwanzigste Aufgabe. Folgt ein Oval auf 8. Stiche, mit 8. Ecken.

15te Tafel.

1.) Reißet nach der achten Aufgabe einen Oval.
2.) Theilet solchen bey p, q, f, k, i, r, t, l, auf 8. Ecken aus.
3.) Oeffnet den Zirkel, irgend einen halben Schuh, machet aus dem Eck l, auf der Linie l, p, den Punkt m, auf der Linie l, t, den Punkt n, mit gleicher Zirkelweite.
4.) Mit der Weite m, n, ziehet aus m, und n, Kreuzbögen in o.
5.) Ziehet von l, zu o, eine Linie, diese gibt mit der Linie l, p, den runden Eckmodel in u.
6.) Den Winkelhacken w, machet nach der Linie a, b, mit der Linie l, p.
7.) Den Seiteneckmodel bey v, suchet also: Oeffnet wie vorhin den Zirkel beliebig, setzet in das Eck q, machet auf der Linie q, p, den Punkt e, und auf der Linie q, f, den Punkt g.
8.) Nehmet die Weite e, g, und ziehet aus e, und g, die Bögen in h.
9.) Ziehet von q, zu h, eine Linie, diese gibt mit der Linie q, f, den Seiteneckmodel v, und also ist der Riß, mit seinen Mödeln fertig.

Drey und zwanzigste Aufgabe. Ist ein Oval auf 8. Stiche, mit 10. Ecken.

16te Tafel.

Hierbey verfahret just wie in der vorhergehenden Aufgabe, wenn ihr den Oval nach der achten Aufgabe gerissen habt, so theilet solchen in 10 Ecken bey p, q, s, f, k, i, r, x, t, l.

Nun suchet die Mödel wie in der 22ten Aufgabe so ist u, der runde Eckmodel, w, der Winkelhacken, und v, der Seiteneckmodel.

Vier und zwanzigste Aufgabe. Ein Oval auf 8. Stiche mit 12. Ecken.

17te Tafel.

1.) Reißet nach der achten Aufgabe, euren Oval.
2.) Theilet solchen in 12, gleiche Ecken ein, wie ihr in der Figur sehet, und reißet die drey Mödel wie bisher gelehret worden.

Den runden Eckmodel in u, von der Linie l, o, mit der Linie l, p.

Den Winkelmodel w, von den Linien l, p, und a, b, und den Seiteneckmodel v, auf die nämliche Art wie in vorhergehender Aufgabe, nur diesmal zur Veränderung auf der hintern Seite.

Fünf und zwanzigste Aufgabe. Ein Oval auf 8. Stiche mit 16. Ecken.

18te Tafel

Hierbey verfahret just wie in der 22ten Aufgabe, nur daß ihr den Oval vorhero in 16, Ecken abtheilet, so ergeben sich die Mödel in u, w, und v, wie in besagt 22ter Aufgabe.

Sechs und zwanzigste Aufgabe. Einen Oval auf 10. Stiche, mit 6. Ecken zu machen.

19te Tafel.

1.) Reißet nach der 14ten Aufgabe, einen Oval auf 10. Stiche, folgender massen: Ziehet die Linie a, d, so hoch ihr den Setzboden machen wollet, und theilet diese Weite in vier Theile a, b, x, c, d.
2.) Mit der Weite a, b, ziehet aus b, den Bogen g, a, i, und aus c, den Bogen h, d, k.
3.) Schneidet mit der Weite a, b, den obern Bogen aus a, in g, und i, ab, und den untern Bogen aus d, in h, und k.
4.) Mit der Weite a, c, ziehet aus g, und h, Kreuzbögen auserhalb e, und mit eben der Weite, ziehet aus i, und k, die Kreuzbögen außerhalb f.
5.) Ziehet aus dem Kreuzbogen hinter e, den Seitenbogen des Ovals, von g, zu h, und aus den Kreuzbogen auserhalb f, ziehet den Seitenbogen des Ovals von i, zu k, so ist der Oval fertig.
6.) Nun theilet diesen Oval in 6 gleiche Ecken, bey p, f, r, s, t, l, und suchet die Mödel just wie solche in der 21ten Aufgabe, vorgeschrieben sind; so gibt die Linie l, p, mit der Linie l, o, den runden Eckmodel u, die Linie a, b, mit der Linie l, p, gibt den Winkelhacken w, und die Linie q, r, gibt mit der Bauchlinie q, t, den Seiteneckmodel v.

Sieben und zwanzigste Aufgabe. Einen Oval auf 10 Stiche, mit 8, 10, 12, 16 Ecken.

Einen Oval auf 10 Stiche, mit 8 Ecken.

20te Tafel.

Einen Oval auf 10 Stiche, mit 10 Ecken.

21te Tafel.

Einen Oval auf 10 Stiche, mit 12 Ecken.

22te Tafel.

Einen Oval auf 10 Stiche, mit 16 Ecken.

23te Tafel.

Bey diesen hier vorgeschriebenen vier, auf 10, Stiche gemachten Figuren, verfahret also:

1.) Reißet den Oval, nach der 26ten Aufgabe.
2.) Theilet solchen, nach welcher vorgeschriebenen Figur ihr wollet, in seine richtige Ecken.
3.) Suchet, nach bisheriger Lehre, die Mödel wie solche bey der Figur, die ihr machen wollet angezeiget sind.

Acht und zwanzigste Aufgabe. Einen Oval auf 8, Stiche, oben und unten mit vier Ecken zu machen.

24te Tafel.

1.) Reißet nach der achten Aufgabe einen Oval g, a, h, d, k, i.
2.) Theilet den obern Bogen von g, bis i, in drey gleiche Theile g, p, l, i, und so auch den untern Bogen bey h, r, s, k, welches die 8, Ecken gibt.
3.) Ziehet von Eck zu Eck Linien, am obern und untern Bogen.
4.) Oeffnet den Zirkel, ungefehr einen halben Schuh, setzet in das Eck p, oder l, und stechet auf der Linie p, l, den Punkt m, und auf der Linie l, i, mit einerley Weite, den Punkt n.
5.) Nehmet die Weite m, n, ziehet aus m, und n, die Kreuzbögen in o.
6.) Ziehet von l, zu o, eine Linie, diese gibt mit der Linie l, p, den runden Eckmodel u.
7.) Die Linie a, b, gibt mit der Linie l, p, den Winkelhacken w.

Wie nun die Seiten keine Ecken haben, so nehmet den Seitenmodel v, nach der Bauchlinie e, f, und den Seitenbogen g, h.

Neun und zwanzigste Aufgabe. Ist ein Oval auf 8, Stiche, mit 4, Ecken auf jeder Seite.

25te Tafel.

1.) Reißet nach der achten Aufgabe einen Oval, a, g, h, d, k, i.
2.) Theilet den Bogen von g, zu h, in 4 Theile, g, l, p, h, und so theilet auch den hintern Bogen, von i, bis k, in 4 Theile, i, q, r, k.
3.) Suchet den Seitenmodel v, wie sonst, nehmet ein Eck, hier das Eck r, stechet aus solchem, mit einerley Weite, den Punkt m, auf der Linie q, r, und den Punkt n, auf r, k, mit der Weite m, n, reißet aus m, und n, die Bögen bey o, ziehet von r, zu o, eine Linie, diese Linie gibt mit der Linie r, k, den Seiteneckmodel v.
4.) Den runden Model u, nehmet von der Linie a, b, mit dem obern Bogen a, i, so ist der Riß fertig, mit seinen Mödeln, nach welchen man sicher arbeiten kann.

Dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß aufzureißen.

26te Tafel.

1.) Ziehet die Linie a, d, auf den Stubenboden.
2.) So breit die Bauchlinie eures Setzbodens soll werden, ziehet durch a, d, die Linie e, f, und theilet solche bey c, in zwey Theile, ziehet mit der Weite e, c, aus c, den Zirkel b, f, d, e, bis b.
3.) Theilet diesen Zirkel in 4 Theile, bey b, anfangend in b, f, d, e.
4.) Ziehet aus e, durch b, eine Linie, und von f, durch b, gleichfalls eine Linie.
5.) Setzet in f, nehmet die Weite zu e, und ziehet von e, den Bogen bis auf die Linie h, und mit der Weite setzet in e, und ziehet den Bogen von f, bis g.
6.) Setzet in b, nehmet die Weite bis h, und ziehet den Bogen h, a, g.

Demnach wäre eine Eyfigur nach Büttner Manier aufgerissen.

Zu einem solchen Riß gehören 4 Mödel, welche bey h, g, f, und d, angezeiget sind.

Mit dem Model g, werden die zwo Fugen g, und h, gefüget.

Mit dem Model h, die Fugen, die von h, zu g, hinkommen.

Mit dem Model f, werden die Fugen von f, zu g, und von e, zu h, gefüget.

Und mit dem Model d, werden die Fugen von e, zu d, bis f, gemacht.

Auf solche Art wird sich das Faß nicht verdrucken, und sich auch keine Einfuge ergeben; besonders wenn man die flachen Dauben, auf beyden Seiten oben und unten in die Runden eingehen läßt.

Die Böden zu solchen Faßen machet also:

Stechet siebenmal in der Zarge herum, von diesen sieben nehmet einen Theil, und reißet mit solcher Zirkelöffnung, wieder einen Zirkel auf eure vorhabende Böden, wie solcher auf der 26, Tafel bey b, f, d, e, zu sehen, und nach diesem Zirkelring verfertiget die Böden, mit Aufreißung solcher Eyfigur, wie diese Aufgabe lehret.

Ein und dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß das oben mehr gespitzet ist als vorhergehendes, aufzureißen.

27te Tafel.

1.) Reißet euren Zirkel im Durchschnitt so breit, als die Bauchlinie e, f, werden soll, auf die Linie a, d.
2.) Theilet diesen Zirkel in 4 Theile, bey 1, e, d, f, und ziehet die Bauchlinie c, f.
3.) Theilet die obere Hälfte dieses Zirkels, von 1, bis c, in 7, gerade Theile bey 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, und traget einen solchen Theil von 1, hinauf in b.
4.) Ziehet aus e, durch b, eine Linie, und von f, durch b, ziehet gleichfalls eine solche Linie.
5.) Setzet den Zirkel in f, öffnet ihn bis e, und ziehet den Bogen von e, bis h, desgleichen machet den Bogen von f, zu g, wenn ihr den Zirkel in e, setzet.
6.) Nun setzet den Zirkel in b, öffnet ihn bis h, und ziehet den runden Bogen h, a, g, so ist die Eyfigur fertig, und sind die 4, Mödel beygesetzt, welche die Fugen auf gleiche Art machen, wie in der dreysigsten Aufgabe gesagt worden.

Zwey und dreysigste Aufgabe. Eyartige Fäßer die sich immer mehr oben zuspitzen als voriges.

28te Tafel.

Bey dieser Figur so wohl, als bey nachfolgend 29ter, 30ter, 31ter, und 32ter, Figur verfahret mit dem Aufriß just wie in der 31ten Aufgabe, nur mit dem Unterschied, daß bey jeder folgenden Figur die obere Hälfte des Zirkelrings von 1, bis c, jederzeit um einen Theil weniger gemacht ist, als:

Die 28te Figur hat nur 6, Theile, von 1, bis 7.

Die 29te Figur hat nur 5, Theile, von 1, bis 6.

Die 30te Figur hat nur 4, Theile, von 1, bis 5.

Die 31te Figur hat nur 3, Theile, von 1, bis 4.

Die 32te Figur hat nur 2, Theile, von 1, bis 3.

Hierdurch werden die Theile nach und nach immer größer; hingegen kommt der Punkt b, durch den größer von 1, hinauf getragenen einen Theil, immer mehr in die Höhe, wodurch die Figuren oben immer mehr spitziger werden, wie bey benannten Figuren zu sehen ist.

Die Mödel bleiben bey einer wie bey allen diesen Figuren unverändert auf ihren Linien.

Drey und dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß mit Ecken zu machen.

33te Tafel.

1.) Machet nach der dreysigsten Aufgabe eine Eyfigur.
2.) Theilet solche in so viel Ecken ein, als euch beliebet. Wir wollen hier eine mit 18, Ecken vornehmen, die bey i, g, k, l, m, f, o, p, q, r, s, t, e, u, v, w, h, und y, angezeiget sind.
3.) Nachdem ihr nun überall, oder nur am obersten Bogen, oder auf denen Seiten, oder am untersten Bogen, Ecken machen wollet, so macht die Mödel dazu wie ihr in dieser 33ten Figur sehet, nämlich:

1.) Der Winkelhacken bey a, wird von der Linie a, b, mit der Linie y, i, genommen.
2.) Der obere Eckmodel bey i, wird von der Linie b, i, mit der Linie y, i, genommen.
3.) Der Seitenmodel bey u, wird nach der Linie u, f, und nach der Linie u, v, gemacht.
4.) Der untere runde Eckmodel q, wird nach der Linie c, q, mit q, r, gemacht.

Der untere beygesetzte Winkelhacken ist der nämliche, der oben bey a, stehet.

Anmerkung.

Man hat mit Vorsicht Linien auf alle Ecken gezogen, um durch solche zu zeigen, wenn man mehr oder weniger Ecken an dergleichen Faße machen wollte, aus welchen Punkten die Linien zu andern Ecken als diese sind, gezogen werden müssen, nämlich:

1.) Aus b, werden die Linien zu denen Mödeln des obern Bogens h, a, g, gezogen.
2.) Aus e, werden die Linien des Seitenbogens von f, bis g, gezogen, und aus f, die Linien des Seitenbogens von e, h.
3.) Aus c, aber werden die Linien zu denen Ecken des untern Bogens t, s, r, q, p, o, gezogen, nach welchen Linien die Mödel gemacht werden, wie ihr sehet.

Mercket:

Ein solches Faß wird, nach der Art der ordentlichen Eyfaße, gefüget, und bekommt nur halb so viel Seiten als ein rundes Faß, wie schon in der fünften und siebenten Aufgabe davon etwas gesagt worden.

Die Böden zu dergleichen Faßen, werden folgender Gestalt gemacht.

Hier leset nach, was schon vorne in der zwanzigsten Aufgabe, von den runden Faßböden, die Ecken haben, ist gesaget worden; dem nach machet diese Böden also:

1.) Nehmet mit einem Stock genau das Maß in der 33ten Tafel von dem Eck e, bis zu dem Eck f, dieses Maß gibt den runden Zirkel wieder, der aus c, durch die Punkte b, f, d, e, ist gemacht worden.
2.) Theilet dieses Maß in zween Theile, so kommt in der Mitte c, als der Zentrumspunkt wieder, aus welchem Punkt c, der Zirkelriß kann auf die Böden gezogen werden.
3.) Nach diesem Zirkelriß, reißet eure Figur, wie vorhin, nach der Aufgabe nach welcher ihr den Setzboden gemacht habt, fertig.
4.) Traget in diesen Riß, alle Ecken des Fasses, eines nach dem andern, genau auf diesen Riß, und schneidet die Böden sehr scharf, nach solchen Eckrißen ein, so wird alles richtig zutreffen.

Vier und dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß oben mit 4, und unten mit 8. Ecken zu machen.

34te Tafel.

Verfahret hierbey wie in vorhergehender Aufgabe.

1.) Reißet eine Eyfigur, nach der 30, 31, oder 32ten Aufgabe, welche euch beliebt, und theilet den obern Bogen von h, bis g, in drey Theile h, y, i, g, und den untern Bogen von e, bis f, in 8, Ecken, bey e, t, s, r, q, p, o, f.
2.) Ziehet aus b, die Linien b, y, und b, i, und machet dort die beyden Mödel, wie ihr sehet.
3.) Aus c, ziehet gleichfalls Linien zu denen Ecken t, s, r, q, p, o, und machet die Mödel nach der Figur.

Und so ergibt sich auch der Seitenmodel bey e, wie ihr schon wisset.

Die Böden machet wie bey der 33ten Aufgabe.

Fünf und dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß mit 10 Ecken auf denen obern Seiten.

35te Tafel.

1.) Reißet nach der 30ten 31ten oder 32ten Aufgabe, eine Eyfigur, theilet solche in ihre Ecken wie ihr sehet.
2.) Reißet aus f, die Linien w, v, u, und aus e, die Linien k, l, m, zu den Eckpunkten.

Hierauf ergibt sich der obere runde Model auf der Linie h, b, mit dem Bogen h, a.

Der obere Seiteneckmodel ergibt sich mit der Linie b, g, und g, k.

Der Seiteneckmodel kommt von der Linie u, f, mit u, v, oder mit e, m, und m, l.

Und der untere runde Model entsteht von der Linie d, c, mit dem Bogen d, f.

Sechs und dreysigste Aufgabe. Ein Eyfaß unten mit 4 großen Ecken zu machen. Diese Art nennet man Handkorbfaße.

36te Tafel.

1.) Reißet nach der 30ten, 31ten, oder 32ten Aufgabe, eine Eyfigur fertig.
2.) Theilet den untern Zirkelbogen in 3. Theile von e, zu i, n, bis f, und ziehet die Linien, wie die Figur zeiget.
3.) Machet die Mödel wie solchen in der Figur angezeichnet sind.

Die Böden machet wie die 33te Aufgabe besaget.

Sieben und dreysigste Aufgabe. Ein Handkorbfaß mit 12, Ecken zu machen.

37te Tafel.

1.) Wenn ihr nach der 30ten, 31ten, oder 32ten Aufgabe, eine Eyfigur aufgerissen habt, so theilet solche wie die Figur zeiget, in ihre gehörige Ecken, bey g, k, l, m, f, n, i, e, u, v, w, h.
2.) Ziehet aus e, die Linien zu denen Ecken, k, l, m, und aus f, zu u, v, w. Weiter, aus c, ziehet die Linien zu i, und zu n. Daß ihr vorhero von Eck zu Eck Linien ziehet, wisset ihr schon.

Nun machet die 4, Mödel wie ihr solche beygezeichnet sehet, und die Böden machet wie die 33te Aufgabe beschreibet.

Acht und dreysigste Aufgabe. Ein Faß zu machen, welches die Figur eines Stundenglases, oder einer Sanduhr hat.

Machet ein rundes, oder ovales Faß, bis auf die Gargel fertig, wärmet und bindet solches, ohne Böden darein gemacht zu haben, lasset solches ungefehr etliche Wochen also stehen, bis es recht ausgetrocknet ist; als dann thut dasselbe wieder von einander, und fuget solches, nach Art eines Bodenstückes ganz gerade. Nun setzet es also auf, daß das innere Theil außenher, und das äußere Theil der Dauben innen hinein kommt, machet Böden dazu und bindet es also ab, daß der Bauch einwarts gehet. Welches am besten durch Schloßreiffe geschehen kann.

Neun und dreysigste Aufgabe. Einen Visirstab zu machen, nach welchen man ein Faß visiren oder messen kann.

11te Tafel, Figur 2, 3.

1.) Lasset euch von Blech ein zirkelrundes Maß machen, das sehr niedrig, aber desto weiter ist, je weiter und niedriger, je besser, und lasset es also einrichten, daß es just ein gestrichenes Wein= oder Biermaß eures Ortes hält: Oder wenn es größer als ein Maß wäre, so bemerket genau wie hoch das Maß Wein oder Bier in solchen, wenn es recht Wasserwagrecht gestellet ist, stehe. Dessen Figur sehet auf der 11ten Tafel, Figur 2.
2.) Nun ziehet eine Linie a, c, Figur 3, Tafel 11, am besten auf ein Bret von Birnholze, und richtet in a, eine winkelrechte Linie a, b, auf, welches ihr thun könnet, wie in der 20ten Aufgabe gesagt ist, da durch die Linie a, b, die Linie e, h, gezogen wurde.
3.) Nehmet mit einem Zirkel, sehr genau, den Durchschnitt eures blechernen Maßes, d, e, Figur 2, und traget diese Länge, aus a, auf der Linie hin zu b, und auch aus a, in 1 auf der Linie a, c, Figur 3.
4.) Nehmet die Weite von b, zu 1, und tragt solche aus a, in 2.
5.) Nehmt die Weite b, 2, und traget solche aus a, in 3.
6.) Nehmet b, 3, und traget solches aus a, in 4.
7.) Nehmet b, 4, und traget es aus a, in 5.
8.) Messet b, 5, tragt es aus a, in 6.
9.) b, 6, traget aus a, in 7.

Auf solche Art fahret fort, so weit ihr wollet, und traget diese Abtheilung von dem Brete, auf einen Visirstab, bis die eine Seite ganz fertig ist. Mit dieser Abtheilung könnet ihr die Höhe eines Faßes ausmessen, und gleich sagen, wie viel Maße, nach den Zahlen eures Visirstabes, nach ihren Grundflächen, in dem Boden eines jeden Cylinders stecken.

Nun nehmet die zweyte Seite des Visirstabes, nehmet genau die Höhe d, f, des blechernen Maßes, vom Boden an bis dahin wo das nasse Getränke sich endigt, Figur 2, 11te Tafel, und traget diese Höhe d, f, auf der Linie g, des Stabes, aus g, gegen h, in i, Figur 3, Tafel 11.

Eben diese Weite traget von 1 in 2, und von 2 in 3, von 3 in 4, von 4 in 5, von 5 in 6, von 6 in 7, und so fort immer mit einerley Maß, und schreibet die Zahlen dazu, so ist der Stab fertig.

Dieser Visirstab wird das Quadratischevisir genennet, weil er durch Ausziehung der Quadratwurzel gemacht wird: Auch heißt er das Cylindrischevisir, weil Cylinder und Faße damit ausgemessen werden.

Vierzigste Aufgabe. Mit diesem Visir ein Faß zu messen, wie viel solches am Gemäße halte.

11te Tafel, Figur 4.

1.) Messet mit der Seite des Visirs a, c, auf welcher der Diameter der Maße stehen, den vorderen Boden des Faßes a, b, Figur 4, Tafel 11, und zwar innerhalb der Köpfe, und so messet auch den hintern Boden des Faßes c, d, genau.
2.) Wenn nun der vordere Boden 8, Maß, und der hintere 10, Maß hielte, so zählet beyde Summen zusammen, welches 18, wären. Diese Summe theilet in zween Theile, so kommen 9, Maße, als die einander gleich gemachte Bodentiefe. Diese 9, merket.

Wären aber der vordere Boden a, b, und der hintere c, d, gleich groß, und jeder hielte 9, Maaße, so zählet ihren Gehalt nicht zusammen, sondern nehmt nur des einen Bodens Gehalt, für eure Summe an.

3.) Stecket oben durch das Spundloch das Visir in das Faß, und sehet auf der Seite a, e, des Visirs, wie hoch das Faß, von Grund bis zum Spund, gerade hinab ohne die obere Holzdicke seye; gesetzt diese betrüge 11 Maß.
4.) Nehmet diese 11, und vorige 9, zusammen, diese machen 20.
5.) Diese Summe 20, halbiret, kommt zur Hälfte 10, und dieses wäre die wahre halbe Faßtiefe.
6.) Messet nun mit g, h, der andern Seite des Visirs, auf der die Höhen der Maße stehen, die Länge des Faßes a, c, in Lichten, das ist, innwendig, ohne den Betrag der beyden Bodendicke, so genau als ihr könnet.

Hier wollen wir annehmen, es wäre diese Länge, ohne die Böden, 13 Maß.

7.) Multiplizirt diese Länge 13, mit der obigen Tiefe 10, so kommen 130. Maße, und diese 130. Maße wären nun der Innhalt des ganzen Faßes.

Anmerkung.

Durch diese Messung mit einem solchen Quadratischenvisir, wird ein Faß gleichsam zu einer Walze gemacht; daher der Innhalt eines Faßes genauer zu bestimmen ist, als mit dem Cubischenvisir, mit welchem man nur von Spund zu Grund, schrege gegen die Gargel misset. Ein solch Cubischesvisir dienet blos nur zu jener Art Fäßer, nach deren Gattung solches gemacht ist, weil bey dessen Verfertigung, eine Maßfigur muß angenommen werden, deren Diameter ihres Bodens, mit ihrer Cylindrischen Höhe oder Länge gleich groß seyn muß: von welcher Gattung aber wenig Fäßer, hier zu Land zu finden sind. Es ist dahero nur zu bewundern, daß dieses Cubischevisir, fast hier in ganz Franken, und zwar wohl oft noch sehr fehlerhaft, nach geschnitten, gebraucht wird.

Dessen Verfertigung hier mit anzuführen, wir jedennoch nicht unterlassen wollen.

Ein und vierzigste Aufgabe. Einen Cubischenvisirstab zu machen.

11te Tafel, Figur 5.

1.) Lasset euch ein zirkelrundes Gefäß von Blech machen, dessen Höhe a, b, just dem Durchschnitt oder Diameter b, c, des Bodens gleich ist, welches diesem nach, ein gestrichenes Maß voll Wasser eures Ortes hält. Figur. 5, Tafel 11.
2.) Suchet die Diagonallinie a, c, dieses Maßes auf das strengste, und machet aus solcher einen tausendtheiligen Maßstab.
3.) Lasset euch einen Visirstab von gutem Holze machen, und traget diese Länge a, c, als tausend Theile, vom untersten Ende des Maßstabes a, 1. Tafel 11, Figur 3.
4.) Nun nehmet aus folgender Tabelle, in welcher schon alle cubische Maße berechnet sind, 1259, Theile von dem Maßstab, und traget solche auf dem Visirstabe aus a, hinauf in 2, gegen c.
5.) Nehmet nach der Tabelle folgende 1442, Theile von dem Maßstabe, und traget solche auf dem Visir aus a, in 3, auf der Linie a, c.

Fahret nun auf gleiche Art fort, traget alle Theile aus der Tabelle, nach dem Maßstab genommen, auf dem Visirstab, aus a, immer weiter hin, in 4, 5, 6, etc. bis alle Zahlen aufgetragen sind, so habt ihr einen Visirstab, wenn ihr die Maße 1, 2, 3, 4, und so fort, darauf schreibet, und denselben unten scharf, wie ein Messer, schneidet, mit dem ihr eure Faße messen könnet.

Wolte man große Fäßer visiren, so würde mit Verfertigung eines Visirs, auf die nämliche Art verfahren, wobey man nur diese Veränderung  müßte machen, daß man statt des oben gezeigten blechernen Gefäßes, das nur 1, Maß hält, hiezu ein solches Gefäß müßte machen, das einen Eymer hält, im übrigen aber nach der Diagonallinie dieses Gefäßes, einen 1000, theiligen Maßstab machte, und damit verführe, wie bey Auftragung der Maße, nach eben der Tabelle.

Zwey und vierzigste Aufgabe. Ein Faß mit diesem Visirstabe zu messen.

11te Tafel, Figur 4.

1.) Stosset das Visir zum Spundloch oben hinein, bis zur Gargel b, und sehet wie viel das Faß, ohne das obere Holz, auf dieser Seite hält; das thut auch von dem Spundloch bis zur Gargel d. Ist die Summe einander gleich, so behaltet solche für den Innhalt des Faßes.
2.) Wäre die Summe ungleich, so bringt beyde in eine Summe, und nehmet von dieser die Hälfte für den Innhalt des Faßes an.

I. Tafel der Cubiczahlen zum Visir.1

Maaß Zahlen der Diagonal= linie. Maaß Zahlen der Diagonal= linie. Maaß Zahlen der Diagonal= linie.
1 1000 31 3141 61 3937
2 1259 32 3174 62 3959
3 1442 33 3207 63 3979
4 1587 34 3239 64 4000
5 1709 35 3271 65 4020
6 1819 36 3301 66 4041
7 1912 37 3332 67 4061
8 2000 38 3361 68 4081
9 2080 39 3391 69 4101
10 2154 40 3419 70 4121
11 2223 41 3448 71 4140
12 2289 42 3476 72 4160
13 2351 43 3503 73 4179
14 2410 44 3530 74 4198
15 2466 45 3569 75 4217
16 2519 46 3583 76 4235
17 2571 47 3608 77 4254
18 2620 48 3634 78 4272
19 2668 49 3659 79 4290
20 2714 50 3683 80 4308
21 2758 51 3708 81 4326
22 2802 52 3732 82 4379
23 2843 53 3756 83 4362
24 2884 54 3779 84 4379
25 2924 55 3802 85 4396
26 2962 56 3825 86 4413
27 3000 57 3848 87 4430
28 3036 58 3870 88 4447
29 3072 59 3892 89 4464
30 3107 60 3914 90 4481
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Maaß Zahlen der Diagonal= linie. Maaß Zahlen der Diagonal= linie. Maaß Zahlen der Diagonal= linie.
91 4497 123 4943 155 5371
92 4514 124 4986 156 5383
93 4530 125 5000 157 5394
94 4546 126 5013 158 5406
95 4562 127 5026 159 5418
96 4578 128 5039 160 5428
97 4594 129 5052 162 5451
98 4610 130 5065 164 5473
99 4626 131 5078 166 5495
100 4642 132 5091 168 5517
101 4657 133 5104 170 5539
102 4672 134 5117 172 5561
103 4687 135 5129 174 5583
104 4702 136 5142 176 5604
105 4717 137 5155 178 5625
106 4732 138 5167 180 5646
107 4747 139 5180 182 5657
108 4762 140 5192 184 5688
109 4776 141 5204 186 5708
110 4791 142 5217 188 5728
111 4805 143 5229 190 5748
112 4820 144 5241 192 5768
113 4834 145 5253 194 5788
114 4847 146 5265 200 5848
115 4862 147 5277 204 5887
116 4877 148 5289 208 5925
117 4890 149 5307 210 5943
118 4904 150 5313 212 5962
119 4918 151 5325 216 6000
120 4931 152 5337
121 4946 153 5346
122 4959 154 5359

II. Cirkelschnitz=Tafel.2

Die Cirkel=Fläche 100,000 gesetzt.

Pfeil.Segment.Pfeil.Segment.Pfeil.Segment.
116935311916972596
247736324107074768
387437336367175929
4134138348697277079
5186939361087378216
6244940373537479340
7307741386037580449
8374742398577681545
9445743411167782642
10520444423787883688
11598445436447984734
12679746449128085762
13763947461828186771
14850948474548287759
15940649487268388727
161032750500008489672
171127251512738590593
181224052525458691490
191322853538178792360
201423754550878893202
211526555563558994015
221631156576219094795
231737557588839195542
241845458601429296252
251955059613969396922
262065960626469497550
272178361638919598130
282292062651309698618
292407063663639799125
302523164675899899522
312640365688089999830
32275866670018100100000
33287796771220  
34299816872413  

 

Drey und vierzigste Aufgabe. Einen nach dieser Cubik=Tabelle gemachten Visirstab, oder Visirriemen zu probieren, ob er recht gemacht sey?2

Man nehme mit einem Zirkel oder mit einem Stab das erste Maas von dem Visirstabe oder von dem Visirriemen, es sey das erste Maas nun die Benennung eines Maases, oder eines Eymers, oder Ohmfaßes, welche Benennung es auch seyn mag nach welcher das Visir gemacht ist, tragt solches von der ersten Bezeichnung des Maases auf dem Visir fort, so muß es in 8. einschlagen, es seyen nun Maaße, oder Eymer oder wie die Benennung ist. Trägt man von da dieses Maas auf dem Visire, nochmals fort, so muß es in 27. einschlagen, und also auf cubiksche Art ferner beym folgenden Umschlag in 64. und beym darauf folgenden in 125. eintreffen, so dann in 216. In 343. 512. 729. in 1000.

Würde man mit dem Zirkel oder mit einem Stabe die zwey ersten Benennungen es seyen Maaße oder Eymer, oder was es sind, zusammen nehmen, so muß es beym Forttragen eintreffen in 16. 54. 128. 250. 432. 686. 1024.

Nimmt man das Maas dreyfach, so muß es eintreffen in 24. 81. 192. 375. 648. 1029.

Würde man das erste Maas vierfach nehmen, so muß es eintreffen in 32. 108. 256. 500. 864.

Nimmt man das erste Maas fünffach, so muß es in 40. 135. 320. 625. 1080. eintreffen.

Sechsfach genommen muß es in 48. 162. 384. 750. eintreffen.

Siebenfach trifft es ein in 56. 189. 448. 875.

Achtfach, in 64. 216. 512. 1000.

Neunfach, in 72. 243. 576. 1125.

Zehenfach, in 80. 270. 640. 1250.

Welche Proben man auch von der Linea Solidorum oder Cubica des Proportionalzirkels, nehmen kann.

Vier und vierzigste Aufgabe. Einen cubikschen Visirriemen zu machen nach welchen man große und kleine Faße visiren kann.2

1.) Der Visirriemen wird von Kalbledern Pergament also gemacht:

Man nimmt fein dünne gearbeitete Stücke Kalbledern Pergament, schneidet solche in lange Riemen die nach einem Linial gerade geschnitten, und alle von gleicher Breite ¾ Zolle breit geschnitten werden, und zwar so viele, daß man davon einen Riemen machen kann, der 18 auch wohl 30 Schuhe lang seyn kann. Diese Stücke und zwar jedes muß außen an seinen beyden Enden mit einem scharfen Meßer irgend ½ Zoll breit wohl abgeschabt werden, damit aller Kalch, Kreide und Staub davon kommt, außer diesem kann man die Stücke nicht zusammen leimen. Nun macht man einen guten Schreinerleim und leimet damit die Stücke zusammen daß es ein langer Riemen wird. Hiezu wird eine Kapfel von Holz gedrehet, welche etwas tiefer als der Riemen breit ist. Durch solche Kapfel wird eine Walze von Meßingdraht gemacht, die an dem einen Ende eine Korbe: wie an einem Schleifstein hat; in dieser Walze wird in der Mitte ein Loch gemacht und daran der Riemen mit einem Ende bevestigt, wenn die Walze durch den untersten Boden durch den ein Loch gehet, gesteckt ist, und also wird auch ein Einschnitt durch das untere Theil und durch den Deckel, der sich in die Kapfel einschieben laßen muß, gemacht, durch welchen Einschnitt der Riemen zur Kapfel sich aus= und einwinden läßt, dabey die Walze so lang seyn muß, daß sie durch den Deckel der Kapfel, in welchen deßhalb in der Mitte ein Loch, wie im Boden gemacht ist, hindurch gehet. Nun wird mit der Korbe der Riemen in die Kapfel hinein gedrehet. Und im Fall man den Riemen heraus thun will, so wird nur an dem Ende des Riemens das außerhalb bleibt, gezogen, so windet sich der Riemen heraus, und so mit ist die erste Zubereitung des Riemens geschehen.

Auf welche Art aber solcher Riemen zu einem Visir gemacht wird, war mir lange ein Räthsel, indem ich mehrere geschickte Büttnermeister, um die Methode des Auftragens des Visirs, befragte, die sich aber damit entschuldigten, daß sie solches von einem andern abgenommen hätten. Dieses befriedigte mich nicht, bis ich die Sache nach der Berechnung der cubikschen Visirstäbe untersuchte, und fande, daß der Winkel den man mit dem Visirriemen von dem Spundloch an, über die Länge der Daube hinweg, und von da an, über den Boden des Faßes hinab, bis zur Gargel, macht, eben nichts anders ist, als die Diagonallinie, die man innerhalb des Faßes oben vom Spundloch an, bis hinab auf den Boden, zur Gargel, mit dem Visirstabe, nimmt: Nur mit dem Unterschiede, daß das Riemenmaas viel länger wird, als das Maas des Visirstabes ist. Ich verfuhr demnach um das Riemenvisir genau heraus zu bringen also:

Weitere Erklärung davon.

2.) Nehmt von einem geschickten Büttner ein regelmäßig gemachtes Faß, das just einen Eymer, nach dem Gemäße eures Ortes, hält, daran die Daubenköpfe weder zu lang noch zu kurz, die Reife weder zu dick noch zu dünn, das Holz weder zu stark noch zu schwach, und die Gargel am rechten Orte stehet; macht an das äußere Ende des Riemens einen Strich mit Dinte, irgend Handbreit vom Ende einwärts, dieses sey der Anfang des Maaßes. Nun haltet
3.) Diesen Strich mit A bezeichnet just über die Mitte des Spundlochs am Faße, ziehet den Riemen, der Länge nach, über die oberste Daube hin und von da, über den Boden hinab bis an die Gargel, bezeichnet dieses Maas mit 1 Eymer.
4.) Dieses Maas von A bis zu 1. Eymer traget auf einen geraden Stab und ziehet eine Linie von A bis zu 1. Eymer, theilet diese Linie in tausend gleiche Theile folgender Gestalt:

    a) Theilt solches in der Mitte in 2 Theile.
    b) Jeden dieser 2 Theile theilt in 5 Theile, so werdens 10 Theile.
    c) Jeden dieser Theile theilt in der Mitte in 2 Theile, so werdens 20 Theile.
    d) Jeden dieser Theile theilt wieder in 5 Theile, so werdens 100.
    e) Theilet jeden dieser Theile in 2 Theile, so sind es 200 Theile.
    f)  Ist es möglich daß das Maas, zwischen zween dieser Punkte, nicht zu klein ist, so theilt jeden dieser Theile wieder in 5 Theile, so sind es 1000 Theile, und also ist der Maasstab fertig. Nun verfahret mit Auftragung der folgenden Eymer auf den Riemen also:

5.) Nehmet für den 2ten Eymer, aus der cubicschen Tabelle die Zahl 259 die bey dem zweyten Eymer steht, nehmt von dem Maasstabe mit einem Zirkel oder mit einem andern Maase 259 Theile und tragt diese auf dem Visirriemen vom Strich 1. Eymer weiter, macht da wo das Maas hinfällt, wieder einen Strich, der giebt das Maas, vom ersten Strich A an den Zweyten Eymer, setzt also 2 Eymer dahin.
6.) Nun nehmt aus der Tabelle für den dritten Eymer 442. Nehmt also vom Maasstabe 442 Theile, tragt solche vom Strich 1 Eymer auf dem Riemen weiter, das ist das Maas für den dritten Eymer, zeichnet dahin den dritten Eymer.
7.) Nehmt aus der Tabelle für den 4ten Eymer 587. Diese Theile nehmt vom Maasstabe, tragt solche, vom Strich des ersten Eymers, weiter, das giebt das Maas zum vierten Eymer.

Wenn man nun also fort fährt die folgenden Maase aus der Tabelle und vom Maasstabe nimmt, und solche vom Strich des ersten Eymers immer weiter trägt, so kann man bis zum achten Eymer welcher die Zahl 2000 hat, auftragen.

Hierbey merke ich an, daß beym zweyten Eymer statt 259 es sollte heißen: 1259 beym dritten Eymer sollte es heißen 1442. Da man aber einen allzugroßen Zirkel, oder ein immer größeres Maas haben müßte, um die 1000 und übrigen Theile vom Maasstabe zu nehmen: Inzwischen der erste Eymer bis zu seinem Strich 1 Eymer, die 1000 Theile hat, so nimmt man immer den ersten Eymer für 1000 Theile an, und trägt von da nur die übrigen Theile, welche über das erste 1000 sind, für die ersten 8 Eymer, auf dem Riemen fort, blos aus der Ursache um den allzugroß erforderlichen Zirkel oder ein ander großes Maas zu ersparen. Deshalb ich auch schon in der Tabelle für jeder Diagonalzahl die 1 als das 1000 weggelaßen, bis die Zahl 2000 eintritt, welches zu merken ist. Denn es sollte beym 2ten Eymer 1259 heißen, also auch beym dritten Eymer 1442 und so fort.

8.) Bey dem achten Eymer werden 2000 genommen, also muß das Maas von dem Maasstabe zweymal genommen und auf den Riemen für den achten Eymer hingetragen werden.
9.) Bey dem neunten Eymer steht die Zahl 80. dafür es heißen sollte: 2080. Um hiebey wieder den vorigen Vortheil zu brauchen, nimmt man nur von dem Maasstabe 80. Diese 80 werden von dem Strich des achten Eymers auf dem Riemen fort getragen, das giebt den Neunten Eymer, weil der achte Eymer die 2000 Theile in sich begreift. Nun wird also fort gefahren, alle Maaße aus der Tabelle genommen, und nach dem Maasstabe vom Strich des achten Eymers aufgetragen, bis zum 27. Eymer, welcher das Maas 3000. hat, da denn das Maas des 1. Eymers 3mal aufgetragen wird für den 72. Eymer. Alsdenn
10.) Da der 27te Eymer 3000 Theile hat, so werden vom Maasstabe für den 28. Eymer nur 36 Theile genommen und aus dem Striche des 27 Eymers fortgetragen. Und so bey den übrigen Maaßen, welche alle bis zum 63ten Eymer aus dem Strich des 27 Eymers aufgetragen werden.
11.) Beym 64ten Eymer wird das Maas des ersten Eymers nämlich 1000 viermal aufgetragen, und nun wieder alle folgende Maaße aus dem Strich des 64. Eymers aufgetragen, bis zum 124. Eymer.
12.) Der 125. Eymer hat die Zahl 5000. da denn eben wie bisher, und so fort verfahren und gemeßen wird.
13.) Wollte man die viertels oder 8tels oder 10tels Eymer zwischen den Eymern haben; so wird der Raum zwischen jeden Eymer in 4 oder 8 oder in 10 Theile getheilt, und die Striche nur halb so groß, als die Eymerstriche gemacht.

Fünf und vierzigste Aufgabe. Auf diesen Visirriemen die Maaße bis zu einem Eymer zu tragen.2

Es mache ein geschickter Büttner ein wohl proporzionirten Fäßchen, welches ein accurates Maas seines Ortes hält, wie vorher von dem eymerichen Faß gesagt ist. Hat man dieses, so wird damit auf eben die Art verfahren, wie mit dem eymerichen Faß: Man meße von der Mitte des Spundlochs über das Fäßchen, der Länge der Dauben nach hinüber, den Boden hinab bis zur Gargel, dieses Maas trage man auf eine gerade Linie auf einem Maasstabe, theile dieses in 1000. Theile wie oben in der 44. Aufgabe gesagt ist. Bezeichnet das erste Maas von dem Strich A auf dem Riemen mit 1 Maas. Nehmt vom Maasstabe 259 Theile, tragt solche vom Strich 1 Maas weiter und verfahrt wie kurz zuvor vom Eymer gesagt ist, bis hin zu dem Strich des ersten Eymers, so ist geschehen, was ihr verlangt.

Sechs und vierzigste Aufgabe. Einen Faßthürreißer zu machen, mit welchem man, auf das Allergenaueste, die Thüre so wohl, als das Thürloch in den Faßboden reißen kann von Meister Carl Bock, in Maynstockheim.2

38te Tafel.

1.) Macht von harten Holz ein Stück 15 Zolle lang, 2 Zolle breit und 2 Zolle dick, Figur. 1.
2.) Sechs Zolle lang behält dieses Holz einerley Stärke, 9 Zolle lang wird solches oben und unten ½ Zoll eingeschnitten, und oben und unten weggeschnitten, damit es nur einen Zoll stark bleibet.
3.) In der Mitte bey a, wird ein Loch durch gemacht 5 Zolle lang und so dick, daß die nachfolgende beschriebene Ankerschraube Figur. 4. durchgehet, damit man in diesem Loch die Ankerschraube hin und wieder schieben kann.
4.) Wird das Zwerchholz Figur. 2. sieben Zolle lang, 2 ½ Zoll dick und 2 ½ Zoll breit gemacht; durch dieses Zwerchholz wird das Loch in der Mitte zwischen b, c, 2 Zolle breit und 1 Zoll hoch gemacht, dadurch das oben beschriebene Holz Figur. 1. a, kann genau durch gesteckt werden. Damit aber beym Zusammenstellen dieses Instrumentes der Anker desto vester stehet, wird auf der einen Seite dieses Lochs, bey c, dasselbe ½ Zoll länger, aber nur ½ Zoll hoch gemacht, damit man den Keil Figur. 3. dahin eintreiben kann, um dadurch das Ankerholz desto vester stehender zu machen.
5.) Zu diesem Holz wird die Ankerschraube, Figur. 4. 9 Zolle lang, ½ Zoll dick, und der Anker unten daran 3 ½ Zoll breit, mit einer guten Schraube obenher gemacht. Zu diesem Anker müßen 2 starke Bleche 2 ½ Zoll lang, 1 ½ Zoll breit gemacht seyn, jedes in der Mitte mit einem runden Loch, dadurch die Ankerschraube sehr genau gehet. Diese Bleche werden auf das Zwerchholz Figur. 2. just in der Mitte, oben und unten in das Holz eingelaßen, wie Figur. 2. bey d, zu sehen, damit sie, besonders das untere Blech nicht über das Holz in die Höhe stehen, und beyde Bleche müßen mit versenkten Schrauben, welche nicht über die Bleche in die Höhe gehen, vest auf das Holz angeschraubet werden; und so mit durch die beyden Bleche das Loch durch das Holz gebohret werden, dadurch alsdenn die Ankerschraube gesteckt wird.

Nun wird das lange Holz Figur. 1. folgender Gestalt, mit dem Reißer gemacht.

6.) Von einem guten Zeuchschmidt, wird der Reißer Figur. 5. Sechs Zolle hoch, ¼ Zoll dick, und ½ Zoll breit, also von dem besten englischen Stahl gemacht, daß solcher unten bey F, auf allen 4 Seiten, sehr scharf wird; daher sich der Zeuchschmidt ein keilförmiges Instrument machen muß, womit er unten bey F, in den Reißer, das Loch in die Höhe zu, wenigstens ¼ Zoll tief einschlägt, welches Loch alsdenn außen an denen Kanten, auf allen 4 Seiten, auf das Schärfste umfeilet wird, damit es auf beyden schmalen, als beyden breiten Seiten seine Schärfe erhält.

Will er aber lieber 4 keilförmige Stücke Stahl besonders schmieden, und alsdenn zusammen schweisen, damit das Loch unten am Reißer, desto tiefer wird; oder will er das Loch einhauen, so seye solches seiner Kunst überlaßen.

7.) Wird am obern Theile des Reißers, dieser mit einer starken Verkröpfung versehen, durch welche eine eben so starke Schraube 6 Zolle lang gehen muß, womit man den Reißer kann ein und in die Höhe schrauben, wie Figur. 5. zu sehen.
8.) Zu diesem Reißer werden wieder zwey sehr starke Bleche gemacht, jedes mit einem Loch, dadurch der Reißer sehr genau gehet, diese Bleche werden jedes 3 Zolle lang, 1 ½ Zoll breit, oben bey g, Figur. 1. und unten in das Holz, eingesenkt, und jedes dieser Bleche mit 2 versenkten Schrauben vest angeschraubet, so daß besonders das unterste Blech sammt seinen beyden Schrauben nicht über das Holz in die Höhe stehet.

Durch dieses Holz muß vorher das Loch h, Figur. 1. gemacht seyn, durch welches der Reißer gesteckt wird. Dieses Loch aber muß dergestalt durch das Holz gehen, daß der Reißer gegen die horizontale Lage des Holzes um 1/10 der Holzdicke unten bey F, links hinaus, gegen das Ende zu stehe, nicht gegen das Zwerchholz, damit der Thürriß am Faßboden so wohl als die Thüre außerhalb um irgend ¼ Zoll enger, als innerhalb des Faßes wird.

9.) Wird nun zu der Schraube die am Reißer Figur. 5. ist, eine eißerne Gabel geschmiedet, Figur. 6. durch welche oben ein Loch, ohne eine Schraubenmutter, gehet, durch welches Loch die Schraube gestecket, und der Reißer, welcher oben in der Verkröpfung die Schraubenmutter hat, an solche Schraube angeschraubet, um solchen, beym Thürreißen immer weiter herab schrauben zu können, deßhalb oben an der Schraube, unter der Gabel ein Vorreiber gemacht wird, daß solche Schraube innerhalb der Gabel bleiben muß, um nur damit den Reißer immer tiefer abwärts schrauben zu können.
10.) Muß diese Gabel auch ihre Stärke haben; sie muß 5 ½ Zoll hoch seyn, und unten 2 Zolle weit voneinander stehen, damit solche unten Figur. 1. bey K, auf beyden Seiten des Holzes vest angeschraubet werden kann. Sie muß sich nach der Schregestehung des Reißers richten, und muß daher eben so schrege wie der Reißer stehen, wie das untenher ganz zusammen gesetzte Instrument zeigt.
11.) Figur. 3. ist der Keil, welcher in das Zwerchholz, wie an der zusammen gesetzten Figur bey 3. zu sehen, eingeschlagen, und damit das Zwerchholz recht veste angekeilet wird, damit das Zentrum, welches der Anker ist, sich nicht verrucken kann.
12.) Noch will ich anmerken, daß wegen der Schregestehung des Reißers, wie oben Nro. 8. gedacht worden, man am besten also verfähret: Man meße die Holzdicke Figur. 1. bey der Seite K, die ist hier 2 Zolle. Diese 2 Zolle theilet man in 10 Theile. Nun ziehe man mit einem Winkelmaas, dorten auf Figur. 1. wo das Loch für den Reißer bey h, durch soll, eine winkelrechte Linie von dem Loch h, auf der Seite K, herab, und steche von der Linie K, 1/10 der Breite des Holzes zurück gegen F, und ziehe von dem Loch h, oder von dem gerade stehenden Perpendikel, die schrege Linie K, F, und also nach dieser schregen Linie wird von h, das Loch gegen F, für den Reißer durch gemacht, wonach nun auch die Gabel Figur. 6. mit der Schraube Figur. 5. also schrege, vest an das Instrument angeschraubet wird, nach welcher Richtung der Reißer recht stehet.

Will man nun mit diesem Reißer in den Faßboden eine Thüre einreißen, so wird auf den Faßboden, die Thüre mit einem Zirkel und Maasstab aufgerißen, alsdenn wird durch den Zirkelstich des Gewölbes ein Loch just so dick daß die Ankerschraube gehebe durch gehet, winkelrecht durch gebohret, und die Ankerschraube durch dieses Loch gesteckt, so daß der Anker am innern Theil des Bodens zu stehen kommt; alsdenn wird das Zwerchholz des Instruments an das lange Holz gehörig angesteckt und die Ankerschraube durch die Schraubenlöcher hindurch gesteckt; alsdenn wird der Reißer just auf die Peripherie des Thürzirkels gerichtet, darauf die Ankerschraube angezogen wird, und so nach der Keil bey drey vest in das Zwerchholz eingetrieben, daß das Zwerchholz recht veste an dem langen Holze hält; darauf man das lange Holz vor= und rückwärts beweget, durch welches Bewegen, der Reißer das Gewölbe der Thüre sehr nett einschneidet. Bey solcher Bewegung muß der Reißer mit seiner an sich habenden Schraube immer tiefer eingeschraubet werden, bis das Gewölbe ganz durchschnitten ist.

Auf gleiche Art wird nun auch die Wölbung zur Thüre gemacht, wie es die Einsicht von selbsten giebt, an welcher man zugleich den Riß, mit der nämlichen Zirkelweite, als das Gewölbe der Thüre hat, aufträgt.

Sieben und vierzigste Aufgabe.2

Noch habe ich bey der Vermehrung dieses Buches eine Umschreibung beyfügen wollen, für diejenigen Büttner und Daubenhauer, welche Dauben zu hauen haben, in andern Ländern, z. B. in dem Königreich Preußen, und um Genev herum etc. Indem man nicht in allen Ländern Daubenhauer hat, welche diese Sache verstehen, wie die Dauben zu folgenden Gattungen Fäßern, von 9 fränkischen Maassen anfangend bis zu 100 Fudern, oder nach wirtenbergischen Maas von 6 Maas an, bis zu 296 Eymern, und zwar nach dem nürnberger Schuh, zu hauen sind.

Hiezu habe ich nach den Tübinger Büttner=Meister Müller, nebst der Länge der kürzesten Dauben, auch die Dicke der Köpfe, sodann auf wie viel Zolle der vierspitzige Zirkel zu stellen ist, ferner die Länge oder das Maas der Faßböden, und wie viel ein Faß nach angesetzter Länge der Dauben und Böden, beyläufig halten kann, in folgender Tabelle verzeichnet.

Tabelle hiezu.

 

Länge der Dauben.Dicke der Köpfe.Stellung des Zirkels.Länge der Böden.Fränkisch MaasWürtenbergisch Maas
SchuhZolle.Zolle.Zolle.SchuhZolle.EymerMaasEymerMaas
1 ½von 8bis 9196
16 5/811 ½3020
2 ¼28 ½110 ½47
26121 ½21892 Maas
312641– Imi.
3613/888 ½61519
43391525
461¾37 ¾133036
54171048
5621/844 ½244563
62¼von 8bis 948 ½328
662½54030102
754 ½50301210
7627/85962451511
8361 ½7630192
863¼6690228
93¼8 ¼bis 9¼71 ½107302614
963¾74 ½126303110
107914815371
10648171454215
1141/108219645493
116810225564
1242/592 ½25664
12643/58 ½ bis9 ½9728040724
13911 ½32515815
13649/1010436491
145108 ½4061018
14652/108 ¾ bis9 ¾11449451131
151145011254
1565½11855113712
1657/10121 ½60715112
16654/59 bis101266661668
1761210 ½7273018114
17661/12133 ½79519812
186¼138864216– Maas
1869 ¼ bis10 ¼141937302346
196½9 ¼ bis10 ¼145 ½1016254
19665/914101100275
206¾10 ½ bis12 ½152 ½1194202968

Hiebey ist noch anzumerken, daß dahier in Franken 60 Maaße einen Eymer machen, und daß 12 Eymer für ein Fuder gerechnet werden, dabey in dieser Tabelle, der Weitläufigkeit wegen, nur die Eymer und Maaße nach dem fränkischen Maas angeschrieben worden, welche Eymer, wer will, in Fuder auflösen kann.

Das würtenbergische Maas besteht darinnen: 10 Maas sind ein Imi, und 16 Imi machen einen Eymer oder 160 Maaße.

In Vergleichung beyder dieser Maaße, sind 4 fränkische Eymer, für einen würtenberger Eymer gerechnet.

Fußnoten:
  1. In der Ausgabe von 1794 endet die Tafel beim „Maaß“ 64[]
  2. aus der 5. Auflage[][][][][][]