(7) Das offene Uhrgehäuse und das nicht verschlossene Kirchhoftor (1758)

Gemeinde-Archiv Mainstockheim, Bd. BII/12 (Ratsprotokolle)

Actum Maynstockheim den 9. Novembr. 1758
Martini-Rath

1. Wurde beschlossen, daß nach alter observanz die Martini Mahl gehalten werden könne.

2. Wurde von den Anspach.1 H. Schultheiß Schneider proponirt daß die Uhr beym Kirchenaußläuten verderbet worden und die Reperation 4. Rthlr gecostet: und seyn solches durch des Michael Sterzenbachs Sohn geschehen, und sich so vieles veroffenbahret, daß das Uhrgeheiß2 offengestanden und nicht zugeschlossen gewesen, die Uhr solte still gestanden seyn, so habe er Sterzenbach solche laufen laßen worauff solche fortgelaufen und der Engerin Sohn um Hilffe geruffen.

Sentenz

Weilen der Sterzenbach ohne Befehl die Uhr fort laufen laßen und da durch ruinirt worden, solle derselbe ½ Tag in gehorsam gestecket werden, welches sogleich geschehen.
Und der Cantor wurde repremundirt, und dahin angewiesen, das Uhrgeheis fleißiger zuzuschließen; ansonsten wann Wieder was passieren solte er die Reparations kosten zu bezahlen habe.
Ingleichen solle derselbe das hintere Kirch Thor fleißiger verschloßen halten, welches von ihme zu thun versprochen worden.

Anmerkung:

Immer wieder eckt Zang an. Ist es ein Wunder? Wahrscheinlich ist es eine besonders fruchtbare Zeit seines Schaffens. In dieser Zeit entstehen die ersten uns bekannten frühen Kantaten. 1756: „Mache dich auf“ (Weihnachten) und „Also hat Gott die ganze Welt geliebet“ (Pfingsten), 1758: „Machet die Tore weit“ (Advent), 1759: „Ostertriumph“. Die Abende wird er dazu benutzt haben, mit Chor, Instrumentalsolisten und Solisten zu proben, und das nicht nur einmal wöchentlich. Soll er sich da um solche banalen Dinge auch noch kümmern?

Fußnoten:
  1. =ansbachischen[]
  2. =Uhrgehäuse[]