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(13) Dr. Friedrich Blume (Hrsg.): „Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik“ (MGG), Kassel 1968, Bd. 14, Seite 1004f

Zang, Johann Heinrich, * 16. April 1733 in Zella St. Blasii, † 18. Aug. 1811 in Würzburg. Zang war 1748/49 möglicherweise Schüler von J. S. Bach in Leipzig, anschließend weilte er in Coburg und war dort Schüler von J. K. Heller, sodann Kanzlist am Kloster Banz und Org. auf Schloß Hohenstein b. Coburg. 1751/52 wirkte er als Kantor in Walsdorf b. Bamberg, vom 7. Nov. 1752 an als Kantor und Lehrer in Mainstockheim. Er betätigte sich auch als Schriftsteller, Schreibmeister und Kupferstecher.
Werke. A. Schriften: Calligraphia oder Selbstlehrende Schönschreibkunst, o. O. u. J., wahrscheinlich 1762, Selbstverlag; Vollkommene Büttner- oder Küferlehre, Mainstockheim 1790, Selbstverlag, Schweinfurt 2/1794, J. S. Fr. Riedel, m. dem Titel Des Kunst- u. Handwerksbuchs erster Theil als 2. Aufl. Nürnberg 1804, A. G. Schneider u. Weigel, u. ö.; Des Kunst- u. Handwerks Buchs zweyter Theil… Der vollkommene Orgelmacher oder Lehre v. der Orgel u. Windprobe, Nürnberg 1804, Schneider u. Weigel, 2/1810, 3/1829. ¤ B. Kompositionen: Singende Muse am Mayn, Nürnberg u. Würzburg 1776. – Laut Gerber ungedr., nicht mehr nachweisbar: 2 Jge. Kirchenkant.; 6 Kl.-Son.; 12 Trios f. Org. m. 2 Kl. u. obl. Ped.
Von Zangs mus. Arbeiten hat lediglich das Kunst- und Handwerksbuch Bedeutung und weitere Verbreitung erlangt. Die von ihm dargestellten Prinzipien der Dispos. und Registrierung sind bezeichnend für das Klangideal der Orgel um die Jh.-Wende; Zang bevorzugt grundtönige St., lehnt Quint- und Terzchöre ab, auch in zusammengesetzten St., gibt das Werkprinzip weitgehend auf und disponiert das Ped. ausschließlich als Baßklavier.
Literatur: Artistisch-Literarische Bl. v. u. f. Franken I, Würzburg 1808, 135-137; GerberNTL; EitnerQ; G. Ch. Hamberger – J. G. Meusel, Das gelehrte Teutschland 21, Lemgo 1827, 753; H. Löffler, Die Schüler J. S. Bachs u. ihr Kreis in Zs. f. ev. KM. VIII, 1930, 130; W. M. Brod, Nulla dies sine linea in Mainfränk. Hefte 51, Würzburg 1968; Persönliche Mitt. an den Verf. v. Bach-Arch. Leipzig, W. Plesch, O. Selzer, Chr. Stroux. Johannes Heinrich

Anmerkung:

Das MGG ist das derzeitig umfassendste Musiklexikon. Der Verfasser des Artikels über Zang hat sich sehr gründlich mit den ihm zugänglichen Quellen beschäftigt. Von den erst später in der Bayer. Staatsbibliothek aufgefundenen sieben Kantaten Zangs konnte er noch nichts wissen. Leider gibt er den Geburtstag Zangs falsch an.((In der aktuellen Online-Ausgabe der MGG (https://www.mgg-online.com/article?id=mgg14121&v=1.0&rs=mgg14121), veröffentlicht im November 2016 (Abruf: 29. Juli 2020) [JOHANNES HEINRICH, Art. Zang, Johann Heinrich in: MGG Online, hrsg. von Laurenz Lütteken, Kassel, Stuttgart, New York 2016ff., zuerst veröffentlicht 2007, online veröffentlicht 2016, https://www.mgg-online.com/mgg/stable/21486], ist die Angabe des Geburtstags korrigiert.))

© 1968 by Prof. Dr. Johannes Heinrich; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verfassers