Calligraphia oder Selbstlehrende Schönschreibkunst

Herausgegeben von Johann Heinrich Zang, Cantor in Maÿnstockheim beÿ Würzburg

Die Texte der Seiten 1 bis 23 sind so gestaltet, dass sie jeweils mit dem folgenden Buchstaben des Alphabets beginnen. Die Originalgröße der Seiten 1 bis 32 beträgt ca. 18 x 14,5 cm. Die Seiten 33 bis 38 sind im Original Faltblätter mit der Eindruckgröße ca. 34 x 18 cm.
Das Titelblatt ist dem Heft von Dr. Brod entnommen. Die Seiten 1 bis 37 (mit Ausnahme der Seiten 33 und 34) sind dem Exemplar der Gemeinde Mainstockheim entnommen. Seite 38 ist im Mainstockheimer Exemplar ebenfalls nicht enthalten und stammt, wie die Seiten 33 und 34 aus dem Exemplar aus Privatbesitz.

Tielblatt der Calligraphia

Das Exemplar in Privatbesitz und der Gemeinde Mainstockheim hat – vielleicht aus einer späteren Auflage – ein anderes Titelblatt:

Titelblatt Exemplar Gemeinde Mainstockheim

Seite 1: Alles was ihr thut…

Calligraphia S.2
Alles was ihr thut mit Worten oder mit Wer=
ken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu,
und danket Gott und dem Vater durch ihn.
Wer eine feine Hand schreiben lernen will, der
muß sich vor allem taugliche Materialien dazu an=
schaffen, nemlich: 1,) Fein Papier, welches weiß,
klar und nicht durch schlägt. 2,) Gute Dinte,
welche schwarz, fliessend und nicht um sich frißt.
3,) Gute Federkiele, welches die Hamburgischen
sonderbar sind, und dazu gehöret auch noch ein gutes
Federmesser.
Zangens
Anweisung
zur
Calligra=
phie.

Seite 2: Beÿ diesem muß ein Lehrbegieriger dahin sehen…

Calligraphie S. 2
Beÿ diesem muß ein Lehrbegieriger dahin sehen,
daß er von einem in der Schreibereÿ geschickten Lehrmeister
mündlichen Unterricht bekommt: Im Fall aber er dazu
keine Gelegenheit hätte, muß er sich wenigstens um
taugliche Vorschrifften bewerben, welche ihm alle Grün=
de des Fundamentalbuchstabens, wie auch die Zusam=
menhängung derer Buchstaben und Sÿlben deut=
lich zeigen. Hierzu wird er vollkommene Anweisung
in gegenwärtigen Werkgen finden, welches nicht nur
zur Current= sondern auch zur Canzleÿ= Fractur= und
Lateinischenschrifft gründlichen Unterricht in sich
faßet.
Current=
Canzleÿ=
Fractur=
und
Lateinische
Vorschriff
ten

Seite 3: Christliche Eltern, welche an ihren Kindern…

Calligraphia S. 3
Christliche Eltern, welche an ihren Kindern,
die höchstnöthige Schreibkunst nicht versäumen wol=
len, halten mit den Lehrmeistern die Kinder dahin
an, daß sie, beÿm Schreiben, am Tisch nicht gebogen,
sondern fein gerade sitzen. Das Papier legen sie ge=
rade, doch etwas mehr nach der rechten Hand zu, vor sich.
Den linken Arm legen sie ganz auf den Tisch, und hal=
ten mit selbiger Hand das Papier: Der rechte Arm
aber darf nicht ganz, und auch nicht vest, auf dem Tisch
liegen; sondern muß, während dem Schreiben, immer
etwas schwebend gehalten werden.
Maÿnstockheim

Seite 4: Da nun in dem Schreiben…

Calligraphia S. 4
Da nun in dem Schreiben, auf eine ge=
schickte Anfaßung der Feder, auch vieles ankommt:
So ist dahin zusehen, daß die Kinder, gleich Anfangs
die Feder mit dem rechten Daumen und langen Finger
halten, wie beÿgesetzte Figur zeiget: Der vordere
Finger aber, wird nur oben über die Feder hergeleget
und im wenigsten damit gehalten. Beÿ dieser Hal=
tung wird sich niemals ein Kind ein ungeschick=
tes Knebeln angewöhnen.
Zang scrips: et sculps1:

Seite 5: Eine Feder aber muß nicht allzu hart…

Calligraphia S. 5
Eine Feder aber muß nicht allzu hart, son=
dern etwas weich seyn: Sie muß einen Schnabel
haben welcher 3/8, Zoll lang ist, der Spalt aber
kan ¼, Zoll, und der Schnitt, oder die Oeffnung
hinter dem Schnabel, muß ½, Zoll lang seÿn.
Eine solche Feder hält ein Lernender, so weit sie ge=
öffnet, vor den langen beständig freÿ heraus.

Seite 6: Fängt ein Kind an, das Schreiben zu lernen…

Calligraphia S. 6
Fängt ein Kind an, das Schreiben zu lernen;
so muß der Lehrmeister nicht irgend das a,
oder wohl gar das a b c, nacheinander ganz vor=
schreiben. Sondern man muß im Anfang
hauptsächlich nur dahin bedacht seÿn, daß man
einem Schüler den ersten Grundbuchstaben
zeige, welcher das kleine Ce |: c :| ist, und
solchen recht gut lernen lassen.

Seite 7: Gleichwie dieses kleine Ce…

Calligraphia S. 7
Gleichwie dieses kleine Ce der erste
Fundamentalbuchstab ist; so muß solcher dergestalt
gemacht werden, wie vorgesetzte Figur zeiget, nemlich:
Das vordere Haarstrichlein muß mit der Diagonalli=
nie, eines gleichseitigen Vierecks, schreg hinauf laufen,
und das an diesen hangende dicke Strichlein, welches die
Federstärke heist, muß, mit der hinteren Perpendicular=
linie des Quadrats, gerade herab hängen.
Figura Lin. Diag.

Seite 8: Hat ein Anfänger diesen ersten Grundbuchstaben…

Calligraphia S. 8
Hat ein Anfänger diesen ersten Grund=
buchstaben vollkömmlich in der Faust; so läs=
set man ihn so fort das n machen, welches zweÿ
zusammen gehängte Ce sind: Machet er die=
ses auch gut, lässet man ihn das m machen:
Das m aber, wie auch das nn und mm läßet
man ihn so lang schreiben, biß er solches
vollkömmlich trifft.

Seite 9: Im weitern schreibet man dem Schüler…

Calligraphia S. 9
Im weitern schreibet man dem Schüler
folgende Buchstaben, i u o a q g j e l b h r v w p x ÿ,
welche alle aus dem kleinen c hergeleitet werden,
dergestalt vor, daß er allezeit den vorhergehenden
erst recht lernet machen, ehe er den folgenden anfängt.
Nachdiesen schreibet man das runde c vor und fol=
gende, theils daraus hergeführte Buchstaben,
l b d p x s k. Wie Pag: 24, solches mit meh=
reren zusehen ist.

Seite 10: Kan der Lernende vorbenanndte Buchstaben gut machen…

Calligraphia S. 10
Kan der Lernende vorbenanndte Buchsta=
ben gut machen; so lasse man ihn die noch Uebri=
ge, als s ss ff f ff ß t st z tz, nach der
Herleitung Pag: 24. folgends lernen.
Alsdann kan man ihm das a b c nach der Ordnung
vorschreiben, und ihn dabeÿ selbst lassen hersagen:
Beÿ welchen Buchstaben er noch fehlet. Denn
dadurch wird er mehr zur Erkänntniß gebracht,
seine Fehler zuverbessern.

Seite 11: Läßt man sofort den Lehrling…

Calligraphia S. 11
Läßt man sofort den Lehrling etliche Wo=
chen das a b c mit pur angehängten n und m Stri=
chen schreiben und saget ihm: daß a c e i n m o r u v w
Grundbuchstaben sind, welche die Linie halten:
b d k l s t, und g j p q x y z Mittelbuchstaben, die
von l biß t mit ihren unteren – von g biß z mit
den oberen Theilen die Linie halten. Ferner daß
f ff h s ss ß z tz , lange Buchstaben sind, welche in
der Mitte die Linie halten. So wird solches be=
sonderen Nutzen im gerade Schreiben bringen.
FLORA

Seite 12: Man laße alsdann einen Schüler…

Calligraphia S. 12
Man laße alsdann einen Schüler an=
fangen das Versal A B C zu lernen. Dabeÿ
zeige man ihm, daß solches meist aus halben Zir=
kel- und ovalen Zügen bestehet, welche rechts,
links, über- und untersich gehen. Hierbeÿ thut
man am besten, wenn man den Lernenden erst=
lich einige Zeit, solche Züge, welche Pag: 25. ste=
hen, machen läßt, ehe er die darauf folgenden Al=
phabete anfängt.

Seite 13: Nachdem ein Untergebener…

Calligraphia S. 13
Nachdem ein Untergebener das Versal
Alphabet also lernet, daß er den vorhergehen=
den Buchstaben erst recht trifft, ehe er den Fol=
genden anfängt; muß man ihm zugleich zeigen:
Daß alle solche Buchstaben etwas schrege,
von oben herab, nach der linken Hand, und zwar
meistens, nach heutiger Mode, auf der Linie
stehen müssen, mit ihren untersten Theilen.

Seite 14: Obschon die Versalbuchstaben…

Calligraphia S. 14
Obschon die Versalbuchstaben einem
Anfänger etwas schwer vorkommen, so kan
der Lehrmeister anfänglich, zur Erleichterung
von jeder Gattung etliche mit Bleystifft vor=
zeichnen und den Schüler hernach solche mit der
Feder überschreiben laßen; anbeÿ ihm alle vor=
fallende Fehler zeigen und sagen: Wie selbe
zuverbessern; biß er endlich solche alle ohne
Anstoß trifft.

Seite 15: Pfleget man nun, nach beÿgebrachten…

Calligraphia S. 15
Pfleget man nun, nach beÿgebrachten Cur=
rent und Versalbuchstaben, den Schüler erstlich ei=
nige Zeit einzelne Sÿlben, nachher Wörter und Zei=
len, und endlich ganze Vorschrifften vorzuschrei=
ben, und zeiget dabeÿ: Wie in einem Wort, ein
Buchstab an den andern gehänget, und daß keiner
grösser oder kleiner, dicker oder dünner wird als
der andere; wobeÿ alle Fehler fleißig müssen
corrigiret werden: So wird der Schüler gewiß
bald gute Proben ablegen.

Seite 16: Quäle man den Schüler nicht länger…

Calligraphia S. 16
Quäle man den Schüler nicht länger,
wann in der Currentschrifft der Grund gut ge=
leget; sondern lasse ihn sodann das Canzleÿ
a b c lernen: Wie solches, nach seiner Herlei=
tung Pag: 26, stehet. Man zeige ihm, daß
c i n und m auch die Grundbuchstaben sind
aus welchen fast alle andere herstammen:
Wobeÿ zu merken: Daß die Canzleÿschrifft
gerade stehend muß geschrieben werden.

Seite 17: Richtet sich ein Lehrling fleisig…

Calligraphia S. 17
Richtet sich ein Lehrling fleisig nach der Her=
leitung der Canzleÿbuchstaben, und suchet dabeÿ,
nicht nur alle schreggehende Haarstriche; sondern
auch die damit verbundene gerad herabstehend di=
cke Striche fein accurat zumachen, daß keiner
dicker, dünner, länger oder kürzer, als der Erste
wird, auch daß alle Eckgen und Brüche fein zu
sehen seÿn: So wird er sich hierinnen bald voll=
kommen machen.

Seite 18: Sodann kan er die Versalbuchstaben…

Calligraphia S. 18
Sodann kan er die Versalbuchstaben
der Canzleÿschrifft lernen, welche Pag: 26. stehen.
Ehe er aber solche anfängt, muß er das kleine
Canzleÿ a b c einige Zeit, mit pur angehängten
n und m Strichen schreiben. Hierdurch wird er
eine Fertigkeit erlangen, daß er sowohl die schre=
gen Haar- als auch die geradstehende dicke
Striche ohne Fehler nachmachet.
Am bm cm dm em fm usw.

Seite 19: Trifft der Lernende beÿde Canzleÿ Alphabete…

Calligraphia S. 19
Trifft der Lernende beÿde
Canzleÿ Alphabete, und hat Lust die Fractur=
schrifft zulernen; so wird er Pag: 27, die dar=
zu gehörige Buchstaben finden. Hierbeÿ ist
weiter nichts zusagen als daß es eine grösser
und dickere Nachahmung der Canzleÿbuchsta=
ben, deren Höhe und Breite am feinsten ist
wann sie sich 6, zu 1, verhält. Das ist: Ein
Strich kan 6 mal so hoch seÿn als er breit ist.

Seite 20: Uebrigens ist von der lateinisch- …

Calligraphia S. 20
Uebrigens ist von
der lateinisch- und zwar der jetzt
üblichen Batarde Schrifft zumerken:
daß solche von der Rechten, ganz schrege herab,
nach der Linkenhand zu, muß stehen. Es be=
ruhet derer ganzer Grund auf der Ziehung
eines guten i, m, c und o: Dann aus diesen
Buchstaben werden fast alle Uebrige formiret.
Wie die Herleitung Pag: 28, zeiget.

Seite 21: Versuche also ein Lernender…

Calligraphia S. 21
Versuche also
ein Lernender dieser Buch=
staben behörige Lage und Stellung recht zu
treffen. Wann er nun solche inne hat; so
hänge er ganze Zeilen n und m Striche an
einander, und zwar so lang, biß er einen wie
den andern macht. Alsdann lerne er jeden
folgenden Buchstaben nach seiner Herleitung:
So wird er sich in kurzer Zeit vollkommen machen.

Seite 22: Wann ein Anfänger dieses kleine Alphabet innen hat…

Calligraphia S. 22
Wann ein An
fänger dieses klei=
ne Alphabet innen hat; so kan
er nachher die dazu gehörige Substantivbuchsta=
ben, welche auch Pag: 28, stehen, lernen. Alsdann
kan er aus denen nachfolgend lateinischen Vorschriff=
ten sehen, wie die Buchstaben in einem Wort verbun=
den werden. Diese Vorschrifften kan er zu seiner
Uebung fleisig nachschreiben.

Seite 23: Zuletzt stehen etliche Alphabete Initialbuchstaben…

Calligraphia S. 23
Zuletzt stehen etli=
che Alphabete Initi=
albuchstaben zur Current und
Canzleÿschrifft: Diese kan ein Anfänger, samt
dem Alphabet von 1, biß 23, erstlich nur auf einer Schie=
fertafel, mit dergleichen Griffel nachmachen, biß sie in
der Faust sind: Hernach können sie auch auf dem Papier
probiret werden. Wobeÿ zumerken: Wann solche Buchstaben
sollen känntlich seÿn, müßen ihre Hauptstriche um etliche
mal stärker gemacht werden als ihre Auszierungszüge.

Seite 24: Current a b c, nach seiner Herleitung…

Calligraphia S. 24
Current a b c, nach seiner Herleitung aus denen
Grundstrichen
(Übungsformen und a b c)
Stehende Hand mit angehängten m Strichen
am bm cm dm usw.

Seite 25: Unterschiedliche Stellung der Currentschrifft…

Calligraphia S. 25
Unterschiedliche Stellung der Currentschrifft.
Stehende Hand: mmmmabcd usw.
Liegende Hand: mmmabcd usw.
Geschobene Hand: mmmmabcd usw.
Versalbuchstaben zur Currentschrifft.
(Übungen) AAAA, BBBB, CCCC, usw.

Seite 26: Canzleÿ a b c, nach der Herleitung aus dem Grundstrich…

Calligraphia S. 26
Canzleÿ a b c, nach der Herleitung aus dem Grundstrich
(Übungen) a b c d usw.
Versalbuchstaben zur Canzleÿschrifft.
Aa Bb Cc Dd usw.

Seite 27: Fraktur a b c, und dazugehörige Versalbuchstaben…

Calligraphia S. 27
Fraktur a b c, und dazugehörige Versalbuchstaben.
abcd usw.
ABCD usw.

Seite 28: Fundamental Anleitung zur lateinischen Schrifft…

Calligraphia S. 28
Fundamental Anleitung zur lateinischen Schrifft
(Übungen) a b c d usw.
A B C D usw.

Seite 29: Volvit cor meum verbum bonum…

Calligraphia S. 29
Volvit cor meum verbum bonum: Dicens
ego carmen meum Regi lingua mea Stylus est
scribae expediti. Pulcher es longe prae filiis
hominum, effusa est gratia super labia Tua
proptera benedixit Tibi Deus in aeternum.
Accinge gladium Tuum super femur, o potens
Heros in decore Tuo, et honore Tuo.
a b c usw.
(Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen; meine Zunge ist der Griffel eines guten Schreibers: Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, voller Huld sind deine Lippen: wahrlich, Gott hat dich gesegnet für ewig. Gürte dein Schwert an die Seite, du Held und schmücke dich herrlich. Es möge dir gelingen in deiner Herrlichkeit.) (Psalm. 45, 2 – 5a)

Seite 30: Rom. XI. O profunditas divitiarum…

Calligraphia S. 30
Rom. XI.
O profunditas divitiarum et sapientiae et cognitionis
DEI! quam inscrutabilia sunt judicia ejus, elim=
pervestionabiles via ejus? Quis enim cognovit men=
tam Domini? aut quis consiliarius ejus fuit?
Aut quis prius dedit ei, ut vic issim reddatur ipsi?
Quia ex ipso, et per ipsum, et in ipsum omnia.
Ipsi gloria in secula, amen.
A B C usw.
(O welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Entscheidungen und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat den Geist des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas gegeben, so dass es Gott ihm vergelten müsste? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.) (Römer 11, 33 – 36)

Seite 31: A B C usw…

Calligraphia S. 31
A B C usw.
Die Abkürzungen der Münzen und Maße bedeuten aller Wahrscheinlichkeit nach: Rthlr rt.. = Reichstaler, Fl fl = Gulden, Florenus, Bt.. = Batzen, Gr.. = Groschen, sl.. = Schilling, Xr = Kreuzer, Drk.. = Dukaten, D = Pfennig, Hllr = Heller
Ctr = Zentner, lb = Pfund, Lt = Liter, Qut = Quäntchen, Mltr = Malter, Mtz = Matz, Drl = Dreiling (böhmisches Hohlmaß), Fdr = Fuder, Eyl = Eimer, Ms = Maß.
I V X L C D M
1 5 10 50 100 500 1000

Seite 32: A B C usw…

Calligraphia S. 32
A B C usw.
Die Seiten 33 bis 38 sind Urkundenbeispiele bzw. -vorlagen.

Seite 33: Ich, Leo Pard…

Calligraphia S. 33
Ich, Leo Pard,
Kauf- u. Handels=
mann in der Kayserl. und des
Heil. Reichs freÿen Stadt Schweinfurth, be=
zeuge hiermit: Daß Georg Moritz, gebürtig von Cöthen beÿ
mir Drey Jahre als Handlungsbedienter gestanden, und diese Zeit
über sich treu und ehrlich aufgeführet ec.

(Diese Seite ist dem Exemplar aus Privatbesitz entnommen, da sie im Mainstockheimer Exemplar stark beschädigt ist)

Seite 34: Des Durchlauchtigsten Fürsten u. Herrn…

Calligraphia S. 34
Des Durchlauchtig=
sten Fürsten u. Herrn, Herrn
Markgrafens zu Brandenburg, Herzogens in
Preußen ec ec Erster Hof- und Feld-Trompeter: Ich Blasius Clarini,
eröffne hierdurch jedem, und besonders denen, welche der edlen Tonkunst und
vortrefflichen Trompete verwannt sind: Daß Crispinus Vorne, des
Wohlachtbaren Herrn N. Instrument und Orgelmachers zu
Pfeifersheim geliebter Stiefsohn ec.

(Diese Seite ist dem Exemplar aus Privatbesitz entnommen, da sie im Mainstockheimer Exemplar stark beschädigt ist)

Seite 35: Von Gottes Gnaden Friederich…

Calligraphia S. 35
Von Gottes Gna=
den Friederich, Herzog zu Sach=
sen, Jülich, Cleve, Berg, Engern u. West=
phalen pp. Demnach wir den Lieutenant beÿ dem
Land-Regiment N N zu Zella St. Blasii, zum Hauptmann,
beÿ unserem Dragoner-Regiment zu Pferd, in Gnaden er=
nennet: Als ist ihm hierüber dieses Decret, unter Unserer
Unterschrifft und vorgedruckten Fürstl. Siegel zu seiner Legi=
timation ausgestellt worden. Signatum Friedenstein.

Seite 36: Des Hochwürdigsten, des Heil. Röm. Reichs…

Calligraphia S. 36
Des Hochwürdig
sten, des Heil. Röm. Reichs
Fürsten und Herrn, Herrn Bischoffen zu
Bamberg und Wirzburg auch Herzogens in Franken, der
maliger Revier Jäger zu Hirschfeld usw Ich Wolf Schießgern
urkunde Krafft dieses jedermann, besonders denen, welche der
Kunst des groß und kleinen Weidwerks ergeben sind ec.

Seite 37: Wir Schultheisen, Bürgermeister und Rath…

Calligraphia S. 37
Wir Schultheisen, Bür=
germeister und Rath des
Orts Maÿnstockheim, urkunden und
bezeugen hiemit, daß der Vorgeachte Meister, Jonas
Wahl, Burger und Pergamentmacher dahier, vor Uns erschienen, mit ge=
ziemender Bitte: Wir mögten ihm wegen seines anderen erzeugten
Sohnes: David Jonathans, ehe- und ehrlicher Geburth, Herkunfft
und Aufführung halben einen glaubwürdigen Geburthsbrief ec.
1
2 3
4 5 6
7 8 9 0

Seite 38: A B C usw….

Calligraphia S. 38
A B C usw.
(Diese Seite stammt aus dem Exemplar aus Privatbesitz)
Fußnoten:
  1. =scripsit et sculpsit, d.h. Zang hat es geschrieben und gestochen. Diese Zeile erscheint auf vielen der folgenden Seiten) []